PTC-Streit Rüffel aus Warschau

Mit allen Mitteln kämpft Vivendi auch nach acht Jahren Dauerstreit mit der Deutschen Telekom weiter um die Anteile an dem polnischen Mobilfunker PTC. Nun konnte der französische Medienkonzern einen Teilerfolg für sich verbuchen: Das Oberste Gericht in Warschau verwies den Fall zurück an die erste Instanz.

Warschau - Mit der Rückverweisung aus formalen Gründen gab das Oberste Gericht einer Klage von Vivendi  statt. Der französische Medienkonzern wendet sich gegen einen Wiener Schiedsspruch, auf den die Deutsche Telekom  ihren Anspruch an dem polnischen Mobilfunker PTC gründet. Der Bonner Konzern betonte nach der Rückverweisung, in der Sache sei keine neue Entscheidung ergangen. Das Schiedsgerichtsurteil von Wien habe weiterhin Bestand.

Es geht um ein Paket von 48 Prozent an dem polnischen Mobilfunker PTC. Gemäß dem Wiener Beschluss aus dem Jahr 2004 gehören die Aktien allein dem polnischen Vivendi-Partner Elektrim und nicht, wie es die Franzosen sehen, einem Gemeinschaftsunternehmen von Vivendi und Elektrim.

Die Telekom, die bereits 49 Prozent an PTC besaß, hat auf der Grundlage des Schiedspruchs Ansprüche auf das 48-prozentige Paket geltend gemacht und Elektrim die Aktien abgekauft. Die Bonner berufen sich dabei auf ein altes Vorkaufsrecht. Inzwischen haben sie PTC voll in ihre Bilanz einbezogen.

PTC mit Zehn Millionen Kunden

Die Telekom erwartet von dem polnischen Anbieter im laufenden Jahr einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 500 Millionen Euro. PTC hat derzeit rund zehn Millionen Kunden.

Ein Sprecher des Bonner Konzerns sagte, da das Wiener Urteil weiter gelte, ändere sich auch an den Eigentumsverhältnissen nichts, wonach insgesamt 97 Prozent der PTC-Anteile der Telekom gehörten. Das Oberste Gericht erkannte in seiner Entscheidung nach eigenen Angaben einen Einwand des Gemeinschaftsunternehmens von Elektrim und Vivendi an, das bemängelte, in den Rechtstreitigkeiten bisher vor Gericht nicht als vollwertige Partei anerkannt worden zu sein. Nach Angaben des Telekom-Sprechers beruht der Rückverweisungsbeschluss darauf, dass während der Verhandlung in der ersten Instanz eine Richterin ausgetauscht worden war.

Vor einigen Tagen hatten die Telekom und Vivendi gleichermaßen erklärt, das Oberste Gericht in Wien habe im Dezember den Schiedsspruch zu ihren jeweiligen Gunsten bekräftigt. Auch in anderen Ländern wird der Streit um PTC vor Gericht ausgetragen, unter anderem in den USA.

manager-magazin.de mit Material von dpa und vwd