Balda Wyser-Pratte steigt ein

Für Finanzinvestoren ist der westfälische Handyzulieferer Balda ein interessantes Investment. Als Hersteller der Touchscreens für die neuen Apple-iPhones könnten dem Unternehmen rosige Zeiten bevorstehen. Das weiß auch US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte zu schätzen, der sich offenbar einen Anteil an Balda gesichert hat.

Düsseldorf - Der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte hält inzwischen 5,39 Prozent an dem deutschen Handyzulieferer Balda . Das bestätigte Wyser-Pratte dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

Balda selbst ist über den Einstieg noch nicht informiert. "Uns liegt noch keine Mitteilung des Investors vor", sagte Balda-Sprecherin Kathrin Wiederrich gegenüber manager-magazin.de.

BaFin-Sprecherin Anja Schuchardt zufolge hat Wyser-Pratte für die Bekanntmachung beim Unternehmen auch noch ein paar Tage Zeit. "Spätestens sieben Kalendertage nach dem Einstieg muss der Investor dem Unternehmen das Überschreiten der 5-Prozent-Grenze mitteilen", so Schuchhardt. Die Firma sei dann wiederum verpflichtet, innerhalb von neun Kalendertagen eine entsprechende Mitteilung zu veröffentlichen.

Laut dem "Handelsblatt"-Bericht ist das Paket rund 22 Millionen Euro wert - knapp 30 Prozent mehr als beim Einstieg des Finanzinvestors zu einem Kurs von sieben Euro. Als in dieser Woche bekannt wurde, dass Balda die Touchscreens für das neue iPhone von Apple  liefert, stieg der Kurs vorübergehend auf mehr als neun Euro.

Homm: "Wyser-Pratte ist ein engagierter Investor"

Der Handyzulieferer Balda, der 2007 einen Umsatz von 650 bis 700 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 50 bis 55 Millionen Euro erwartet, ist seit Monaten im Visier von Hedgefonds. So hält der bekannte Investor Florian Homm knapp 4,5 Prozent der Aktien von Balda. "Ich kenne Herrn Wyser-Pratte, er ist ein engagierter Investor", kommentierte Homm den Einstieg gegenüber manager-magazin.de. Von seinem Engagement würden auch andere Investoren profitieren. "Für unsere Beteiligung hat das allerdings keine Auswirkungen", so der Investor.

Der britische Fonds Cycladic Capital besitzt einen 8,5-Prozent-Anteil und hatte vor einigen Wochen Einblick in die Bücher verlangt. Noch mehr Druck übte der Hedgefonds Audley Capital aus. Die Briten sind mit 4,3 Prozent beteiligt und kündigten Ende September 2006 die Komplettübernahme von Balda für sieben bis acht Euro je Aktie an.

Der Plan, der aufgrund der ablehnenden Haltung durch Balda-Chef Joachim Gut im Dezember 2006 vorerst auf Eis gelegt wurde, wird nun wieder aufgewärmt. "Wir würden den Einstieg eines so profilierten und anerkannten Investors wie Wyser-Pratte begrüßen", sagt ein Audley-Sprecher dem "Handelsblatt". Man könnte das Angebot für Balda erhöhen, falls eine Due-Diligence-Prüfung dies rechtfertige. Die Investoren kennen sich gut - beide waren zeitgleich bei dem Verkehrstechnikkonzern Vossloh  engagiert.

Wyser-Pratte ist bekannt dafür, dass er aus seiner Sicht unterbewertete Unternehmen zu harten Sanierungsschritten zwingt. Zuletzt hatte er beim Karlsruher Maschinenbauer IWKA  für Unruhe gesorgt. Dort verließen seit seinem Einstieg im Oktober 2003 fünf Vorstände und sieben Aufsichtsräte das Unternehmen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und vwd