Bertelsmann Buchclubs wieder profitabel

Zum ersten Mal seit mehr als sieben Jahren machen die deutschen Bertelsmann-Buchclubs wieder Gewinne. Die Sparte war lange Zeit das Sorgenkind des Medienkonzerns.

Gütersloh - Die deutschen Buchclubs des Bertelsmann- Konzerns haben im Jahr 2006 erstmals nach siebeneinhalb Jahren wieder die Gewinnzone erreicht. Weltweit alle Clubs mit Ausnahme des im Aufbau befindlichen China-Geschäfts seien im vergangenen Jahr profitabel gewesen, sagte ein Sprecher der Bertelsmann-Buchclub-Sparte Direct Group am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts" vom gleichen Tag.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll der operative Gewinn der lange Zeit defizitären und nach wie vor von Mitgliederschwund betroffenen deutschen Buchclubs nahe der Zehn-Millionen-Euro-Marke liegen. Der Club zählt derzeit rund 3,7 Millionen Mitglieder. Insgesamt soll die Direct Group, lange Zeit das Sorgenkind unter den sechs Bertelsmann-Sparten, ihren Vorjahresgewinn von 53 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Zu dem Gewinn hat demnach auch das englische Geschäft mit Buch- und Musikclubs beigetragen, das wie die deutsche Schwester längere Zeit dümpelte.

Bertelsmann, der größte Medienkonzern Europas, ist auf sechs Säulen aufgebaut. Hinter den Bereichen Fernsehen (RTL-Group), Industrie- und Dienstleistungen (Arvato), Zeitschriften (Gruner+Jahr) und Musik (Sony BMG) ist die Direct Group mit 2,38 Milliarden Euro Jahresumsatz (Jahr 2005) der zweitkleinste, gefolgt vom Buchverlagsgeschäft (Random House).

Der Konzern steht vor einschneidenden personellen Veränderungen. Am 19. Januar soll der Aufsichtsrat über die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Gunter Thielen entscheiden. Als Favorit gilt Arvato-Vorstandschef Hartmut Ostrowski. Dem Chef der Direct Group, Ewald Walgenbach, werden Außenseiterchancen eingeräumt.

manager-magazin.de mit Material von dpa