iPhone-Kooperation Baldas Glücksgriff

Der Handyzulieferer Balda kann endlich wieder eine Erfolgsmeldung verkünden: Das westfälische Unternehmen wird die Touchscreens für Apples neues iPhone liefern. Die Aktien reagierten mit einem kräftigen Kurssprung. Fondsmanager Florian Homm wird sich womöglich ärgern, seinen Balda-Anteil vor Kurzem reduziert zu haben.

Düsseldorf - Von dem im laufenden Jahr angepeilten Umsatz, den Balda  mit den berührungsempfindlichen Bildschirmen erreichen will, werde das Apple-Geschäft den Löwenanteil ausmachen, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Die im Nebenwerteindex SDax geführte Balda-Aktie legte am Mittag rund 9,14 Prozent auf 8,24 Euro zu.

Balda, an dem auch der Hedgefondsmanager Florian Homm mit knapp 4,5 Prozent beteiligt ist, war im vergangenen Jahr in die Sparte eingestiegen und hatte für den Bereich Erlöse von 300 bis 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das Unternehmen produziert Kunststoffteile vor allem für die Mobilfunkindustrie und hat Werke in Europa, Amerika, China, Malaysia und Indien.

Zuletzt hatte der britische Investmentfonds Audley Capital Interesse an Balda angemeldet. Der Fonds plane eine tief greifende Umstrukturierung des Unternehmens, hatte Audley mitgeteilt. Balda-Chef Joachim Gut lehnt das Angebot des Investors jedoch ab und wehrt sich mit allen möglichen Mitteln gegen eine Übernahme.

BenQ-Pleite belastet Balda

Im Oktober vergangenen Jahres musste Balda nach der Pleite seines Hauptabnehmers BenQ Mobile Deutschland seine Ergebnisprognose für 2006 erneut drastisch reduzieren. Wegen Sondereffekten und Kapazitätsabbau dürfte 2006 ein Verlust zwischen 45 und 50 Millionen Euro anfallen, teilte Balda damals mit. Das Unternehmen kündigte daraufhin den Verkauf von drei Werken mit insgesamt 1000 Mitarbeitern an.

Der Computerkonzern Apple  hatte am Dienstagabend auf der hauseigenen Messe Macworld 2007mitgeteilt, in das Handygeschäft einzusteigen. Durch die Ankündigung des iPhones erreichten die Aktien mit einem Plus von 8 Prozent ein Rekordhoch.

Der Computerkonzern will mit dem Verkauf des Gerätes - einer Kombination aus Mobiltelefon und dem Musikabspielgerät iPod - im Sommer in den USA starten. Die Markteinführung in Europa wird für das vierte Quartal erwartet, für Asien für das kommende Jahr.

Konzernchef Steve Jobs sagte, 2008 könnten zehn Millionen iPhones verkauft werden. Dies wäre 1 Prozent des weltweiten Handymarktes. Der MP3-Spieler iPod ist einer der Verkaufsschlager von Apple. Seit der Einführung des Gerätes im Jahr 2001 hat der Konzern inzwischen mehr als 70 Millionen Stück verkauft.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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