BenQ Sentex will 1600 Jobs sichern

Die US-Gruppe Sentex Sensing Technologies will nach Zeitungsinformationen am Dienstag ein konkretes Angebot für den Handyhersteller BenQ vorstellen. Dabei sollen doppelt so viele Jobs erhalten bleiben wie in dem Modell von Ex-Daimler-IT-Chef Hanjörg Beha, der sich die Löhne der Mitarbeiter überdies erstatten lassen will.

Düsseldorf - Das Angebot werde dem Gläubigerausschuss vorgelegt und sei umfangreicher und konkreter als die Pläne der deutsch-amerikanischen Investorengruppe um den früheren DaimlerChrysler-IT-Chef Hansjörg Beha, meldete die "Welt" (Dienstagausgabe).

Das Angebot von Sentex Sensing Technologies sei in Arbeitnehmerkreisen favorisiert worden, weil es "von allen Seiten das bessere Konzept ist", berichtete die Zeitung. Vor allem würde Unternehmenschef Henrik Rubenstein damit 1600 bis 1700 Stellen sichern, während Beha nur 800 garantiere.

Rubinstein solle bereits seit Anfang Dezember mit dem Insolvenzverwalter verhandeln. Sollte sich der Glaubigerausschuss und der Insolvenzverwalter für Rubinstein entscheiden, könne die Produktion unter der Dachmarke " Siemens" bereits am 20. Januar ihren Betrieb aufnehmen.

Verhandlungen mit Investorengruppe

Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern versicherten, Pläne zur Rettung des Unternehmens würden vor allem mit Blick auf den Erhalt von Arbeitsplätzen geprüft. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben sagte in Düsseldorf, wichtigstes Ziel sei eine tragfähige Lösung für die Beschäftigten an den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt.

Bayern werde sich konstruktiv an den Beratungen beteiligen, kündigte ihr Münchner Kollege Erwin Huber nach einem gemeinsamen Treffen mit Vertretern der deutsch-amerikanischen Investorengruppe, des ehemaligen BenQ-Eigners Siemens, Arbeitnehmervertretern und des Insolvenverwalters an. Dabei gehe es auch um den Erhalt von Arbeitsplätze im Forschungsbereich am Standort München, zitierte das NRW-Ministerium Huber.

Mit den vorgestellten Modellen habe die NRW-Landesregierung eine Grundlage für die weitere Prüfung möglicher Unterstützungen durch die öffentliche Hand, sagte Thoben. Voraussetzungen für Landesbürgschaften seien «solide und belastbare Finanzierungspläne». Auf Arbeitsebene würden die Gespräche fortgesetzt.

Gegen BenQ Mobile war zu Jahresbeginn das Insolvenzverfahren eröffnet worden, nachdem Insolvenzverwalter Martin Prager monatelang vergeblich nach einem Investor gesucht hatte. Von der Insolvenz betroffen sind rund 3000 Beschäftigte, von denen zuletzt noch ein Drittel an den Standorten München, Kamp-Lintfort und Bocholt gearbeitet hatte. Siemens hatte seine Handysparte im Jahr 2005 an das taiwanische Unternehmen BenQ abgegeben. BenQ Mobile musste dann Ende September Insolvenz anmelden, nachdem der taiwanische Mutterkonzern die Finanzierung eingestellt hatte.

manager-magazin.de mit ap

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