CES-Auftakt Immer größer, immer Gates

Die größte US-Unterhaltungselektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) präsentiert sich bis Donnerstag als Leistungsschau der Branche. Das Bild der Veranstaltung ist geprägt von immer größeren Flachbildschirm-Fernsehern - und von Microsoft-Gründer Bill Gates.

Las Vegas - Den Auftakt der CES bildete auch dieses Jahr eine Rede von Bill Gates, der die Messe in den vergangenen Jahren regelmäßig eröffnet hatte. Er stellte das Betriebssystem Windows Vista vor und warb für das rundum vernetzte Heim. Dazu kündigte der Microsoft-Gründer auf der Messe die Softwareplattform Windows Home Server an, die alle Mitglieder einer Familie mit Musik, Videos, Fotos und Dokumenten versorgen soll.

"Die digitale Dekade findet tatsächlich statt", sagte Gates. "Im vergangenen Jahr wurden mehr als zwei Milliarden Digitalfotos aufgenommen." Er kündigte weitere Produkte von Microsoft  und seinen Partnern an, mit denen das digitale Heim weiter ausgebaut werden kann.

Dort soll nach dem Willen des Microsoft-Chairmans auch die Xbox 360 eine zentrale Rolle spielen - nicht nur als Spielekonsole, sondern auch als Abspielstation für Videoinhalte aus dem Netz. Gates kündigte Dienste von weltweit 16 Providern - auch von der Deutschen Telekom  - an, die auf der Xbox 360 als Internet-TV abgespielt werden können.

Mit seiner Xbox hat Microsoft nach eigenen Angaben die ursprünglichen Erwartungen bereits knapp übertroffen. "Wir sind inzwischen Marktführer bei Spielekonsolen der neuen Generation", sagte Xbox-Chef Robbie Bach auf der CES. Demnach habe Microsoft mit insgesamt 10,4 Millionen verkauften Konsolen das angestrebte Ziel von 10 Millionen Stück bis Ende 2006 überschritten.

Doch auch Marktführer Sony  hat sich nach massiven Startschwierigkeiten mit seiner Playstation 3 langsam erholt. Bis Ende 2006 habe der japanische Elektronikkonzern wie erwartet eine Million Konsolen abgesetzt. Bis Ende März will das Unternehmen nun wie ursprünglich geplant insgesamt sechs Millionen Konsolen der nächsten Generation weltweit in die Haushalte bringen.

Der Trend geht zur Größe

Der Trend geht zur Größe

Konzerne wie Sharp , LG Electronics, Philips  und Toshiba  liefern sich auf der CES ein Rennen um wachsende Bildschirmdiagonalen. Nur wenige Stunden, nachdem LG ein 100-Zoll-Modell vorstellte, präsentierte Sharp  einen LCD-Fernseher mit 108 Zoll (274 Zentimeter) und rühmte sich, den weltgrößten Flüssigkristallbildschirm entwickelt zu haben.

Mit dem Trend zur Größe wollen sich die Hersteller in einem sich stetig verschärfenden Wettbewerb gegen den fortschreitenden Preisverfall stemmen. Größere Fernseher werfen bislang noch höhere Renditen ab.

Branchenriesen wie Samsung  rechnen weiterhin mit einem starken Absatzwachstum bei den ultraflachen Fernsehern. Im laufenden Jahr wollen die Koreaner 80 Prozent mehr solcher Geräte verkaufen als noch 2006. Der Absatz der LCD- und Plasmafernseher soll auf 13,5 Millionen Stück steigen. Damit würde Samsung erstmals mehr Flachbildschirm-Fernseher als Röhrengeräte verkaufen. Der Branchenverband Consumer Electronics Association rechnet im laufenden Jahr damit, dass die Umsätze mit LCD-Apparaten um 50 Prozent auf zwölf Milliarden Dollar klettern werden.

Doch nicht nur allein größere Bilder sollen die Kunden anlocken, sondern auch die zunehmende Verbindung von Fernsehen und Internet. So kündigte Sony  an, seine neuen Geräte könnten künftig selbst hochauflösende TV-Programme und Videos aus dem Web auf Knopfdruck zeigen.

Neben dem Trend zu plakatwandgroßen Fernsehern für das Wohnzimmer entwickeln die Unterhaltungselektronik-Konzerne auch immer mehr mobile Geräte und Verbindungslösungen für unterwegs. So will Samsung den amerikanischen TV-Sendern demnächst eine Technologie anbieten, die digitalen Fernsehempfang im Auto, auf Laptops und in Zügen ermöglichen soll.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa-afx und reuters

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