Siemens/Nokia Blockade aus den USA

Das Gemeinschaftsunternehmen NSN von Nokia und Siemens hat noch vor seinem Start mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Erst verzögerte die Korruptionsaffäre bei Siemens die Zusammenführung der beiden Sparten, nun erschwert offenbar die US-Regierung die Arbeit des Joint Ventures.

New York - Die US-Regierung hätte von Siemens  und Nokia  eine sogenannte Beschwichtigungserklärung für das geplante Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) abgefordert, berichtete die "Financial Times" (Montagausgabe) unter Berufung auf Insider.

Die Agentur für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) habe NSN Sicherheitsverpflichtungen auferlegt, weil derzeit Untersuchungen bei Unternehmen verschärft würde, die Komponenten für weltweite Netzwerke herstellen. Diese umfassten auch Regelungen, in welchem Fall Ausländer mit amerikanischer Hard- und Software arbeiten dürften, hieß es.

In Beschwichtigungserklärungen sind Bedingungen festgelegt, die Unternehmen erfüllen müssen, um regulatorische Freigaben zu erlangen. Im vorliegenden Fall hätten die US-Behörden festgelegt, dass jede geschäftliche Transaktion von NSN mit seinem kanadischen Konkurrenten Nortel  zu einer langwierigen Untersuchung führen werde.

Siemens verwies an die finnischen Partner. "Nokia betrachtet Gespräche mit Regierungsautoritäten hinsichtlich von CFIUS-Regelungen als vertraulich, und daher können wir keine Stellung nehmen", sagte eine Nokia-Sprecherin.

Siemens und Nokia wollen noch im ersten Quartal ihre Geschäfte mit Telefonnetzausrüstung zusammenführen. Der Start des Gemeinschaftsunternehmens war wegen der Siemens-Schwarzgeldaffäre zuletzt verschoben worden. Ursprünglich sollte NSN seine Arbeit zum Jahresbeginn aufnehmen. Mit dem Joint Venture entsteht nach der schwedischen Ericsson  und Alcatel Lucent  das drittgrößte Unternehmen der Branche.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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