BenQ Mobile Ex-Daimler-Manager will kaufen

Zu den Mitgliedern einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe, die sich für BenQ Mobile interessiert, gehört offensichtlich ein ehemaliger Daimler-Manager. Hansjörg Beha leitete früher die IT-Abteilung von Daimler-Benz.

Hamburg - Zu den Mitgliedern einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe, die Interesse an der Übernahme der insolventen Handyfirma BenQ Mobile anmeldete, gehört ein Ex-Daimler-Manager. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL ist der ehemalige Leiter der IT-Abteilung von Daimler-Benz, Hansjörg Beha, involviert.

Beha war bereits Anfang der neunziger Jahre bei dem Autobauer ausgeschieden und heuerte dann bei dem an der New Yorker Börse gelisteten Software-Dienstleister LHS an, den er bis 1999 mit dem Juristen Wolf Gaede führte.

Beha und Gaede halten heute gemeinsam mit befreundeten Investoren Beteiligungen an zahlreichen kleineren Firmen in der IT-Branche, darunter den Software-Unternehmen Caatoosee  und matrix42.

Experten hegen allerdings Zweifel, ob die Gruppe um Beha ernsthafte Chancen hat, den Zuschlag für die Siemens-Altlast zu bekommen. Neben Landesbürgschaften von rund 100 Millionen Euro fordern die überwiegend in den USA lebenden Interessenten von Siemens  einen finanziellen Ausgleich für die Übernahme von rund 800 Beschäftigten, die heute großteils in Transfergesellschaften beschäftigt sind. Zudem wollen die Investoren die Namensrechte weiter nutzen, die der taiwanische Konzern BenQ  hält. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" fordern die Investoren sogar eine kostenlose Beschäftigung von ehemaligen BenQ-Mitarbeitern.

Am Montag wollen Vertreter der Wirtschaftsministerien von Bayern und Nordrhein-Westfalen mit der Investorengruppe über deren Übernahmemodell beraten. Aus dem NRW-Wirtschaftsministerium hieß es: "Ziel ist es, die Eckpunkte des von einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe vorgeschlagenen Übernahmemodells und mögliche Unterstützungsmaßnahmen durch die Landesregierung abzuklären." Ministerin Christa Thoben sagte, es gehe darum, schnell zu wissen, ob eine tragfähige Lösung für den insolventen Handyhersteller mit den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt möglich sei.

Ihr bayerischer Kollege Erwin Huber erklärte sich zu einer Landesbürgschaft für die Investoren bereit, falls der Standort München weitergeführt werde. "Für die Staatsregierung bleibt es oberstes Ziel, eine tragfähige Lösung für möglichst viele Betriebsteile und Arbeitsplätze bei BenQ Mobile zu finden. Wir sind selbstverständlich bereit, uns an Gesprächen und Verhandlungen zu beteiligen und erforderlichenfalls die Rolle eines Moderators zu übernehmen", erklärte Huber.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und ap

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