DVD-Erbe Antwort auf die Formatfrage?

Im erbitterten Streit um das Erbe der DVD zeichnen sich für den Verbraucher neue Lösungen ab. Ein Hybridplayer und eine Filmdisc, die sich auf Geräten beider Konkurrenzformate abspielen lässt, könnten den Endkunden zum lachenden Dritten machen.

Hamburg - Warner Brothers Entertainment will seine neue Entwicklung mit dem Namen "Total HD Disc" am kommenden Dienstag auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas offiziell vorstellen. Das berichtet die amerikanische Zeitung "New York Times". Mit der neuen Entwicklung will die Time-Warner-Tochter das aktuelle Formatgefecht für den Verbraucher abmildern.

Auch der südkoreanische Technologiekonzern LG Electronics versucht den Formatkampf mit einer neuartigen Entwicklung zu umgehen. Das Unternehmen hat einen Hybridplayer für Blu-ray- und HD-DVD-Medien angekündigt, den es ebenfalls in der kommenden Woche in Las Vegas vorstellen wolle, wie LG mitteilte. Details zur Ausstattung des Systems will der Konzern erst auf der Messe bekannt geben. Gleiches gilt für den Preis und den genauen Erscheinungstermin. Die Markteinführung erfolge aber noch Anfang 2007, hieß es.

Derzeit liefern sich zwei Industrielager einen erbitterten Streit um das Erbe der DVD. Filme in hoher Auflösung (High Definition, HD) benötigen deutlich mehr Speicherplatz und passen nicht mehr auf eine herkömmliche DVD.

Die Industrie setzt deshalb statt der herkömmlichen roten Laser auf blaue Laserstrahlen, die eine kürzere Wellenlänge haben. Während unter anderem Toshiba  und Microsoft  als Nachfolger jedoch auf die HD-DVD setzen, wollen Unternehmen wie Sony , Philips  und Panasonic die Blu-ray-Disc vermarkten.

Hollywood muss sich entscheiden

Bislang hatten sich die großen Hollywoodstudios für ihre aktuellen DVD-Titel für eines der Formate entscheiden müssen. So bringen Sony, 20th Century Fox und Walt Disney ihre Filme exklusiv auf Blu-ray-Discs heraus. Universal Studios veröffentlicht seine Filme ausschließlich auf HD-DVD. Inzwischen bieten jedoch Warner oder Paramount bereits Filme in beiden Formaten an.

An eine schnelle Entscheidung im Formatkrieg glaubt Warner-Brothers-Chef Barry Meyer der Zeitung zufolge nicht. Weder die HD-DVD noch die Blu-ray-Disc werde sich kurzfristig und eindeutig gegen den jeweiligen Konkurrenten durchsetzen können, sagte Meyer. Es werde vorerst zwei Formate geben, dies soll jedoch nicht zum Nachteil des Konsumenten werden. Die "Total HD" könne dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtern.

Anders sehen das der Zeitung zufolge Vertreter von Fox und Disney. "Der schnellste Weg zu einem Ende des Formatkriegs ist Entschlossenheit und Stärke", meint Bob Chapek von Buena Vista Worldwide Entertainment. Eine Hybriddisc wie die von Warner werde die Konfusion nur künstlich verlängern.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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