Kodak/Sony Versöhnung nach drei Jahren

Ein mehrere Jahre andauernder Streit auf dem Markt für Digitalkameras konnte nun beigelegt werden. Nachdem Eastman Kodak den japanischen Elektrokonzern Sony bereits 2004 wegen Patentrechtsverletzungen verklagt hatte, haben sich die Rivalen nun ausgesöhnt.

New York - Von jetzt an sichere ein Lizenzabkommen beiden Seiten Zugang zu den Rechten des jeweils anderen an digitaler Kamera- und Bildtechnologie, teilte Kodak am Mittwoch mit. Ein ähnliches Abkommen wurde mit Sony Ericsson Mobile Communications AB geschlossen, einem Joint Venture zwischen Sony  und Ericsson .

Finanzielle Einzelheiten der Verträge wurden nicht bekannt gegeben. Sony erklärte jedoch, die Einigung werde keine Auswirkungen auf die aktuelle Gewinnprognose haben.

Kodak hatte Sony im März 2004 verklagt. Der japanische Hersteller von Elektronikprodukten verletze mehrere von Kodaks Patenten im Bereich digitaler Fotografie, lautete der Vorwurf. Der Streit verschärfte sich, als einen Monat später Sony im Gegenzug Klage gegen Kodak erhob.

Die Unternehmen zählen zu den größten Anbietern von Digitalkameras. Die Produktpalette reicht von Druckern über digitale Musikabspielgeräte bis zu Fernsehern. Ein Kodak-Sprecher wollte keine Angaben zu den von dem Lizenzabkommen betroffenen Produkten machen.

Der Konzern arbeitet derzeit an einem langwierigen und kostspieligen Umbau hin zu einem Kamera-, Drucker- und Dienstleistungsanbieter, mit dem er den Nachfragerückgang nach traditionellen Fotofilmen auffangen will, dem einstigen Kerngeschäft des Unternehmens.

Eastman Kodak  hält derzeit rund 1000 Patente im Bereich digitaler Fotografie. Das Unternehmen hatte in den 70er Jahren die erste Digitalkamera entwickelt. Die Entwicklung des Marktes wurde anschließend jedoch unterschätzt. Das Management nahm an, dass die Anwender deutlich langsamer aus dem analogen Bereich wechseln. So konnten sich vor allem japanische Produzenten Marktanteile sichern.

Vor einigen Jahren setzte das Unternehmen deshalb sein Patent-Portfolio ein, um doch noch von dem starken Wachstum des Marktes zu profitieren. Bei dem Handyhersteller Sony Ericsson konnte Eastman Kodak so bereits vor einiger Zeit Lizenzzahlungen einfordern.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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