Insolvenz BenQ Mobile droht Zerschlagung

Nach der Einleitung des Insolvenzverfahrens wollen Investoren die deutsche BenQ-Mobile-Tochter aufkaufen - allerdings nur häppchenweise. Bieter hätten Interesse daran angemeldet, einzelne Bereiche aus der ehemaligen Siemens-Handysparte zu erwerben, heißt es in einem Zeitungsbericht.

München - Nachdem das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über die ehemalige Handysparte von Siemens  eröffnet hat, weil sich bis zum Jahresende kein Investor gefunden hat, droht BenQ Mobile nun die Zerschlagung. Insolvenzverwalter Martin Prager hatte bis zum Jahresende vergeblich auf die Rettung des Unternehmens gehofft.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) haben nun Bieter ihr Interesse an einzelnen Bereichen des Unternehmens angemeldet. Sie wollten demnach bestimmte Bereiche aus der Insolvenzmasse herauskaufen. Auf diese Weise kämen sie, anders als im Falle einer kompletten Übernahme, darum herum, Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern wie Abfindungszahlungen einzuhalten.

Prager sagte der "SZ", die größten Chancen auf einen Neuanfang habe derzeit die BenQ-Tochter Inservio, eine Handywerkstatt im nordrhein-westfälischen Bocholt. "Zum Jahresbeginn haben sich mehrere Bieter gemeldet", sagte Prager dem Blatt. Seine Sprecherin erklärte, es sei nicht ausgeschlossen, dass Interessenten auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Teile des Unternehmens aus der Insolvenzmasse herauskaufen.

Ein weiterer Bieter, dem Bericht zufolge eine Investorengruppe aus dem IT-Bereich, plane die Weiterbeschäftigung von 700 bis 900 BenQ-Mitarbeitern, sollte er den Zuschlag für Teile der Insolvenzmasse erhalten. Allerdings liege noch kein konkretes Angebot von diesem Bieter vor, heißt es.

BenQ hat derzeit insgesamt 3000 Beschäftigte. Sie erhalten seit diesem Monat ein Jahr lang ihr Einkommen von zwei Transfergesellschaften, die größtenteils von Siemens finanziert werden. Von dort aus sollen sie in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden.

BenQ Mobile hatte im September 2006 Insolvenz angemeldet, nachdem der taiwanische Elektrokonzern BenQ  Zahlungen an das Unternehmen überraschend eingestellt hatte. Der Konzern hatte 2005 die verlustreiche Handysparte von Siemens übernommen und zusätzlich rund 400 Millionen Euro als Mitgift erhalten.

SPIEGEL Online mit Material von dpa-afx