Logitech 25 Jahre mit Mäusen

Das schweizerisch-amerikanische Unternehmen Logitech reiht seit Jahren ein Rekordergebnis an das nächste. Trotzdem feierte der Marktführer der Computermäuse sein 25-jähriges Bestehen in aller Stille.

Hamburg - "Nein, eine Maus im Retrodesign gibt es nicht", lacht Gregor Bieler, Vizepräsident DACH von Logitech , im Gespräch mit manager-magazin.de. Nur eine kleine Feier für die Mitarbeiter. Der Anlass: 25 Jahre Logitech, dem Marktführer unter den Computermäuse-Herstellern.

Die Anfänge des schweizerisch-amerikanischen Unternehmens führen zurück in das Jahr 1976 an die Stanford University in Kalifornien. Dort fanden die beiden Informatikstudenten Daniel Borel aus der Schweiz und der Italiener Pierluigi Zappacosta zusammen. Sie entwickelten ein Textverarbeitungsprogramm und gründeten ein Unternehmen.

Ein erster Auftraggeber war schnell gefunden, mit dem ehemaligen Olivetti-Ingenieur Giacomo Marini ging es weiter, eine Grafiksoftware sollte entwickelt werden. Schließlich gründeten die drei Spezialisten 1981 in dem Schweizer Ort namens Apples das Unternehmen Logitech – ein Wortspiel aus dem französischen "Logiciel" (= Software) und Technic.

Nur kurze Zeit später erkannten die drei, welches Potenzial hinter der Erfindung der Computermaus von Doug Engelbart steckte. Der hatte erste Zeichnungen bereits in den 60 Jahren niedergelegt, das Patent aber auslaufen lassen.

Logitech klopfte bei IBM  an, blitzte aber ab. Schließlich entwickelte das Unternehmen in Kooperation mit dem Swiss Federal Institute of Technology in Lausanne die Computermaus zur Marktreife und sicherte sich damit den ersten Platz unter den Herstellern. Die Vermarktung der ersten hausgemachten Maus "P-4" startete im Herbst 1982 auf der Comdex Fachmesse in Las Vegas.

Noch heute ist Logitech Marktführer der Mäuse, beschäftigt 7200 Mitarbeiter weltweit und reiht Jahr für Jahr ein Rekordergebnis an das andere. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2006/07 steigerte das Unternehmen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent, der Reingewinn legte mit einem Plus von 35 Prozent zu.

Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzanstieg von 17 Prozent und einem Plus beim Betriebsgewinn von bis zu 25 Prozent. Im Jahr zuvor war ein Betriebsgewinn von 172 Millionen Dollar angefallen, ein Plus von 16 Prozent, der Umsatz wuchs um 21 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar.

Natürlich verdankt Logitech das nicht mehr allein der Computermaus. Zahlreiche andere Produkte rund um Computer, Laptops und neuerdings um das Digital Home sind dazugekommen. Kopfhöhrer, Webcams, Tastaturen, Fernbedienungen, Lautsprecher, Joysticks und digitale Stifte bietet das Unternehmen an, das erst Mitte der 90er Jahre anfing, Produkte unter dem eigenen Namen zu vertreiben. Noch immer entspringen 13 Prozent des Umsatzes aus dem sogenannten OEM-Geschäft, Produkte, die Logitech für Kunden wie Dell  oder IBM produziert.

Spielkonsolen verändern den Markt

"Hergestellt wird fast alles in China", sagt Bieler. 6000 Arbeiter setzen im Reich der Mitte die Mäuse, Webcams und Universalfernbedienungen zusammen. Ansonsten hat Logitech nur noch Vertragswerkstätten in Mexiko und in Ungarn.

Anders sieht es bei Entwicklung und Design aus. Hier arbeitet der Konzern an sechs weltweit verstreuten Standorten, je nach Land kümmert sich das Designteam um bestimmte Produktfelder. So liege in Japan beispielsweise der Schwerpunkt auf Gaming, sagt Bieler. In Europa seien es Tastaturen, in den USA Webcams und Audiozubehör.

Während sich das Design der Computermaus über die Jahre nur wenig gewandelt hat, erlebt der Markt rund um Computerspiele erhebliche Veränderungen. "Das ist der einzige Bereich, der schrumpft", sagt Bieler. "Es wird nicht mehr am PC gespielt, sondern immer mehr auf Spielekonsolen." Längst wollen auch Unternehmen wie Microsoft  vom Markt mit Zubehör profitieren. Doch Logitech besetzt auch diesen Markt. So liefert das Unternehmen zum Beispiel für Sonys Playstation entsprechendes Zubehör.

Vorantreiben will Logitech auch das Geschäft im Bereich Digital Home. Universalbedienungen oder Musikadapter heißen da die Produkte. "Unsere Vision ist eine einfache Handhabung der Universalfernbedienungen, die jeder verstehen kann und die alle Geräte miteinander verbindet", so der Manager.

Der Erfolgskurs der vergangenen Jahre soll erwartungsgemäß fortgesetzt werden. Zukäufe sind nicht ausgeschlossen. "Wir kaufen uns keinen Umsatz dazu, sondern Wissen", sagt Bieler. So fallen die Übernahmen überwiegend auch nicht durch kostspielige Transaktionen auf – wie beispielsweise der Kauf des US-Unternehmens Slim Devices, das netzwerkbasierte Audiosysteme für digitale Musik - sprich Digital Media Adapter -anbietet. Logitech zahlte 20 Millionen Euro. "Ein zukunftsgerichteter Kauf", betont Bieler.