Superrechner IBM ungeschlagen

Der "BlueGene/L" von IBM führt die Weltrangliste der 500 schnellsten Computer zum fünften Mal in Folge an. Deutschlands Superhirn "JUBL" hat den Wiedereinzug in die Top Ten zwar verpasst, doch bauen hiesige Experten an einem Rechner, der die Nummer eins bei weitem übertreffen könnte - und IBM hat auch hier seine Finger im Spiel.

Tampa - Der US-Supercomputer "BlueGene/L" von IBM  landete zum fünften Mal in Folge auf Rang eins der Weltrangliste der 500 schnellsten Rechner, wie aus der am Montag veröffentlichten Liste hervorgeht. Mit einer Leistung von 280,6 Billionen Rechenschritten pro Sekunde (Teraflops) ist die Anlage rund 35.000 Mal schneller als ein moderner Personal Computer.

Seine Verfolger hält das Superhirn deutlich auf Abstand: Platz zwei errang Listenneuling "Red Storm" des Herstellers Cray mit 101,4 Teraflops.

Zugleich verpasste Deutschlands schnellster Rechner, das IBM-System "JUBL" (Jülich BlueGene/L) im Forschungszentrum Jülich, den Wiedereinzug in die Top Ten. Noch vor einem halben Jahr hatte "JUBL" Rang acht inne. Nun ist die Anlage mit unverändert 37,3 Teraflops auf Platz 13 abgerutscht. "JUBL" steht Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zur freien Verfügung und dient unter anderem der Medizin, der Umweltforschung und trägt zur Erforschung der Geschichte des Universums bei.

Die zehn schnellsten Supercomputer der Welt

Rang Tflops Name (Hersteller) Standort
1 280,6 BlueGene/L (IBM) USA/Lawrence Livermore National Laboratory
2 101,4 Red Storm (Cray) USA/Sandia National Laboratories
3 91,3 BGW (IBM) USA/Thomas J. Watson Research Center von IBM
4 75,8 ASC Purple (IBM) USA/Lawrence Livermore National Laboratory
5 62,6 MareNostrum (IBM) Spanien/Barcelona Supercomputing Center
6 53,0 Thunderbird (Dell) USA/Sandia National Laboratories
7 52,8 Tera-10 (Bull) Frankreich/Atomenergiebehörde CEA
8 51,9 Columbia (SGI) USA/Ames Research Center der NASA
9 47,4 TSUBAME (Nec/Sun) Japan/Technologie-Institut Tokio
10 43,5 Jaguar (Cray) USA/Oak Ridge National Laboratory
Stand: 13.11.2006, Quelle: dpa, www.top500.org:

Europas schnellster Rechner steht in Barcelona. "Mare Nostrum" rückte von Platz elf auf den fünften Rang vor. Der Supercomputer steht in der polytechnischen Universität in Barcelona und ist in einer alten Kirche untergebracht. Forscher mehrerer Fachrichtungen nutzen das Gerät. Es hilft den Wissenschaftlern etwa bei der Erforschung von Genen, der Berechnung von Klimaveränderungen und Faltung von Eiweißen oder der Entwicklung neuer Medikamente.

Petaflop-Rechner aus Böblingen

Petaflop-Rechner aus Böblingen

Rechtzeitig zur Veröffentlichung der 28. Liste der Top 500 stockte das Barcelona Supercomputer Center (BSC) die Anlage kräftig auf. Die Leistung sei mehr als verdoppelt worden, sagte Mateo Valero, Direktor des BSC. "Mare Nostrum" kommt nun auf 62,63 Teraflops und verdrängt damit die vorherige Nummer fünf, den Supercomputer "Tera-10" des französischen Herstellers Bull, auf den siebten Platz.

"Mare Nostrum" bestehe derzeit aus rund 2500 flachen Serverbausteinen, so genannten Blades, sagte Michael Malms von IBM in Böblingen. Die IBM-Mitarbeiter dort hatten die besonders kompakten Bausteine des "Mare Nostrum" federführend mitentwickelt.

Seit 1993 veröffentlicht Hans Werner Meuer, Professor an der Universität in Mannheim, mit drei weiteren Wissenschaftlern die Top 500. Zwei Mal im Jahr sorgt die Liste für eine viel beachtete Leistungsschau, bei der immer höhere Bestmarken erzielt werden. Die führenden Industrienationen geben jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar für den Bau von Supercomputern aus.

239 Rechner aus der Weltrangliste von IBM

Traditionell dominiert das amerikanische Unternehmen IBM die Branche. Aus dem Hause kommen insgesamt 239 der 500 schnellsten Rechner der Welt, darunter vier der fünf schnellsten Anlagen.

Der erste Rechner, der den Spitzenreiter schon bald bei weitem übertreffen könnte, kommt ebenfalls von IBM - und aus Deutschland: Derzeit bauen die Forscher im IBM-Entwicklungszentrum in Böblingen an dem weltweit ersten "Petaflop-Rechner". Ein Petaflop sind eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde. Die Anlage wird für das Los Alamos National Laboratory in den USA gebaut und soll in rund zwei Jahren fertig gestellt sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa