Playstation 3 Heiß geliebter Verlustbringer

Die Einführung der Playstation 3 von Sony hat in Japan einen wahren Ansturm der Fans ausgelöst. Verdienen wird der Konzern aber vermutlich nur an den Spielen, denn wegen der hohen Entwicklungskosten fährt jede verkaufte Konsole Verluste ein.

Tokio - In Japan standen am frühen Samstagmorgen Tausende Menschen Schlange vor den Elektronikgeschäften, in denen die Playstation 3 erstmals verkauft wurde.

Über Lautsprecher bemühten sich die Verkäufer, den Ansturm in geregelte Bahnen zu lenken. Die Menschen wurden aufgefordert, nicht zu drängeln. Wenn es Verletzte gebe, werde der Verkauf sofort eingestellt.

Viele Interessenten mussten trotzdem ohne die begehrte Spielkonsole wieder gehen. Einige Läden waren schon Stunden vor der offiziellen Öffnungszeit ausverkauft. Zahlen, wie viele der neuen Spielkonsolen es jeweils gab, wurden nicht genannt. Wegen Produktionsproblemen hielt Sony  aber lediglich 100.000 Stück zum Verkaufsbeginn bereit. Im Vergleich dazu hatte der Elektronikkonzern in den ersten drei Tagen der Markteinführung des Vorgängermodells, der Playstation 2, fast zwei Millionen Stück verkauft.

In den USA startet die neue Playstation am 17. November, dort soll es dann 400.000 Geräte geben. In Europa müssen die Videospielfreaks noch bis März 2007 warten. Die Nachfrage ist so hoch, dass vorreservierte Geräte bei Ebay  für mehr als 1500 Euro gehandelt werden.

1,7 Milliarden Dollar Verlust

Die Playstation 3 kostet mit einer 60-Gigabyte-Festplatte rund 600 Dollar (470 Euro). Zumindest in Japan und den USA gibt es auch eine kleinere Ausführung mit einer 20-Gigabyte-Festplatte, die zum Verkaufsstart auf rund 420 Dollar reduziert wurde. Trotzdem macht Sony wegen der hohen Entwicklungskosten bei jedem Gerät Verlust.

Gewinne sollen daher mit dem Verkauf von Spielen erzielt werden. Für die Playstation 3 stehen zunächst nur fünf Spiele bereit. Es wird erwartet, dass die Videospielabteilung von Sony im laufenden Finanzjahr 1,7 Milliarden Dollar Verlust macht. Bis Ende März 2007 will Sony sechs Millionen Playstation 3 verkaufen. Beobachter erwarten allerdings, dass dies wegen Produktionsproblemen vermutlich nicht erreicht werden wird.

Kernstücke der Playstation 3 sind ein hochmoderner Cell-Prozessor und der Grafikprozessor Nvidia RSX, der unter anderem 100 Milliarden Farbberechnungen (Shader-Operationen) pro Sekunde liefert. Das Disklaufwerk akzeptiert neben CDs und DVDs auch Blu-ray-Disks mit hochauflösenden Filmen. Für Onlinespiele gibt es eine Ethernetverbindung.

Neben der X-Box 360 von Microsoft  konkurriert sie auf dem amerikanischen Markt ab dem 19. November auch mit der Wii-Spielkonsole von Nintendo  um die Gunst der Kunden. Die Playstation 3 ist allerdings deutlich teurer als die X-Box 360 und die Wii-Konsole.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters