YouTube Google im Lizenzfeuer

Der Videoplattform YouTube droht neuer Ärger. Nicht nur die Medienkonzerne sehen sich in ihren Urheberrechten verletzt, auch die Gema sorgt sich um die Rechte ihrer Mitglieder. Der Verband fordert nun Lizenzgebühren von dem neuen, äußerst finanzstarken Eigentümer Google.

Frankfurt am Main - Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) befinde sich in Verhandlungen mit dem Internetkonzern Google , erklärte Gema-Sprecher Hans-Herwig Geyer gegenüber manager-magazin.de. Geyer bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

"Wir wollen eine allgemeine Lizenzregelung erwirken, bei der wir automatisch über die Inhalte informiert werden und dementsprechend abrechnen können", so der Gema-Sprecher. Bis dahin werde die Gema YouTube auf Rechtsverstöße hinweisen und das Unternehmen auffördern, die entsprechenden Videos zu löschen.

Wie lange die Gema das durchhält, ist allerdings fraglich. Denn YouTube stellt die Videos nicht selbst ins Internet, sondern die Nutzer. Täglich kommen etwa 70.000 neue Kurzfilme hinzu. Jeder Urheberrechtsverstoß müsste somit einzeln angemahnt werden und sobald ein anderer Nutzer dasselbe Video wieder hochlädt, müsste die Gema erneut aktiv werden.

"YouTube sieht sich momentan nicht als Inhalteanbieter", erklärt Geyer gegenüber manager-magazin.de. Die Gema sehe dies anders. Und deshalb lägen Lizenzverstöße vor, sobald für ein Video keine Gebühren an die Gema gezahlt würden. Anders als die Medienkonzerne, die sich um die Rechte der Produzenten kümmert, vertritt die Gema die Rechte der Autoren.

Die Musikbranche hofft dennoch, einen jahrelangen Rechtsstreit wie bei der Musiktauschbörse Napster zu vermeiden. "Die Rechteinhaber haben gelernt, dass es nichts bringt, einfach nur draufzuhauen", sagt Stefan Weikert von Edel Music laut der Zeitung. Der für das digitale Musikgeschäft zuständige Manager warnt jedoch davor, Youtube einfach als kostenlose Werbung zu verstehen. "Der Effekt ist ja genau umgekehrt, die Leute kaufen eher weniger Musik", sagt Weikert. "Youtube ist eine tolle Geschichte. Aber sie muss vergütungspflichtig werden."

manager-magazin.de mit Material von dpa