Akku-Debakel Manager werden nicht bestraft

Spitzenmanager von Sony haben sich für den massenhaften Rückruf von Laptop-Akkus entschuldigt. Gleichzeitig bekräftigte der Elektronikkonzern, dass weder Vorstandschef noch Präsident zurücktreten würden.

Tokio - Die Spitzenmanager des japanischen Elektronik- und Medienkonzern Sony  sollen wegen des Debakels um Millionen fehlerhafte Notebook-Akkus vorerst nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Das sagte Vize-Präsident Naofumi Hara am Dienstag auf die Frage, ob Sony-Chef Howard Stringer und Präsident Ryoji Chubachi wegen des Umtauschs von fast zehn Millionen Batterien bestraft werden könnten.Grund für die Rückrufe der Akkus sind Fehler in der Produktion, wodurch Überhitzungs- oder Feuergefahr besteht.

Sony hat sich am Dienstag für den massenhaften Rückruf von Laptop-Akkus entschuldigt. In Produktion, Entwicklung und Wartung seien Vorkehrungen getroffen worden, dass sich so etwas nicht wiederhole. Sony hatte in der vergangenen Woche eine Gewinnwarnung veröffentlicht und die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch um 38 Prozent gesenkt.

"Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns für die Sorgen zu entschuldigen", sagte Sony-Manager Yutaka Nakagawa und verneigte sich gemeinsam mit zwei Kollegen bei einer Pressekonferenz in einem Tokioter Hotel leicht. Die Manager verbeugten sich sitzend und nicht stehend, wie es eigentlich üblich ist für japanische Geschäftsleute, die öffentlich Fehler eingestehen. Der Konzern werde trotz der Probleme am Geschäft mit Batterien festhalten, hieß es.

Unterdessen erhöhte Toshiba  am Dienstag die Zahl der vom Umtausch betroffenen Sony-Batterien von 830.000 auf 870.000. Toshiba betonte allerdings wiederholt, dass es sich nicht um Überhitzung, sondern um Ladeprobleme handele. Als weiteres Unternehmen kündigte Gateway  an, rund 35.000 von Sony Energy Devices hergestellte Batterien zurückzurufen.

Sony trägt die Kosten für die Umtauschaktionen. Die Kosten dafür werden auf 51 Milliarden Yen geschätzt. Die Lawine der Akku-Rückrufe war im August ins Rollen geraten.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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