BenQ 293 Millionen Euro Verlust

Der taiwanesische Elektronikkonzern, dessen deutsche Tochter vor kurzem Insolvenz anmeldete, hat massive Probleme. Zum vierten Mal in Folge musste BenQ jetzt dramatische Quartalsverluste vermelden.

Taipeh - Der wegen der Pleite seiner deutschen Handy-Tochter in der Kritik stehende taiwanesische Elektronikkonzern BenQ hat im dritten Quartal 2006 bei fallenden Umsätzen seine Verluste drastisch ausgeweitet. Zudem rechnet BenQ wegen der Probleme in der Handysparte mit einem weiteren Umsatzrückgang.

Der Umsatz sank im abgelaufenen Quartal um ein Viertel auf 40,67 Milliarden taiwanische Dollar (rund 974 Millionen Euro). Der Verlust in den drei Monaten bis Ende September belief sich nach Angaben des Konzerns auf 12,22 Taiwan-Dollar - umgerechnet 293 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 18 Millionen Taiwan-Dollar Gewinn gemacht.

Das jetzige Minus ist noch größer als angenommen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Verlust von 5,56 Milliarden Taiwan-Dollar erwartet. Wegen der Probleme in der Handysparte rechnet BenQ  künftig außerdem mit einem weiteren Umsatzrückgang. BenQ produziert nicht nur Handys, das Unternehmen stellt auch als Zulieferer für Dell  und Hewlett-Packard  Computerteile her. Außerdem produziert es Flachbildschirme, Digitalkameras und Notebooks unter eigenem Namen.

In deutschland wird BenQ gegenwärtig scharfer kritisiert. Die deutsche BenQ-Tochter hatte im vergangenen Monat nur ein Jahr nach der Übernahme der Handy-Sparte von Siemens Insolvenz anmelden müssen, nachdem die taiwanesische Mutter ihr den Geldhahn zugedreht hatte. Über 1900 der 3000 Jobs fallen jetzt weg.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dap

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