Web 2.0-Blog Zukunftsmarkt oder Forum für Egozentriker?

Blogger sind nur "egozentrische Selbstreflektierer", sagen Kritiker. Sie tummeln sich in pseudo-rebellischen Diskussionsforen, den "Klowänden des Internets". Viele Werbestrategen sehen das ganz anders: Sie erkennen im Web 2.0 gewaltiges Marktpotenzial. Was denken Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Hamburg - Web 2.0 hat sich zu einem neuen Modewort entwickelt. Doch so harmlos es klingt, so kontrovers verlaufen die Debatten über das Internet zum Mitmachen. Sind Online-Gemeinschaften wie YouTube die Kommunikations- und Werbeplattformen der Zukunft? Oder formiert sich derzeit nur eine neue, gewaltige Internetblase? Welche Rolle spielen Weblogs?

Die Meinungen gehen weit auseinander. Für heftige Diskussionen sorgte die Aussage von Jean-Remy von Matt, Chef der Werbeagentur Jung von Matt, der Weblogs pauschal als "Klowände des Internets" bezeichnete.

Durch die Blogs geisterte auch ein Zitat von Lars-Christian Cords, Partner der PR-Agentur Fischer-Appelt: "99 Prozent dessen, was das Web 2.0 ausmacht, ist immer noch das Ergebnis egozentrischer Selbstreflektierer."

Mit einer etwas dezenteren Aussage reihte sich auch Bertelsmann-Chef Gunter Thielen in die Gruppe der Skeptiker ein: Im Internet sieht er zwar Wachstumschancen, kritisiert jedoch die hohe Bewertung einiger Internetfirmen: "Wir stecken schon wieder mitten in einer Preisblase".

Dieser Eindruck mag sich bestätigen, blickt man auf den jüngsten Deal des Internetkonzerns Google , der für die Übernahme des Videoportals YouTube stolze 1,3 Milliarden Euro bezahlt hat. Google-Manager zeigen sich jedoch überzeugt, ein erfolgreiches Geschäft abgeschlossen zu haben: "Wir wissen, dass die nächste Evolutionsstufe des Internets auf einer audiovisuellen Basis aufbauen wird", sagte Nordeuropa-Chef Philipp Schindler. Allein in Deutschland nutzten im August nach Angaben von Nielsen Netratings mehr als drei Millionen Menschen das Angebot - und machten es so zu einer attraktiven Plattform für Werbekunden.

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