Sony in der Krise Schwelender Brandherd

Der Elektronikkonzern Sony gerät immer tiefer in die Krise. So wird den Japanern vorgeworfen, bereits im Dezember von der Feuergefahr ihrer Akkus gewusst zu haben. Auch die Playstation 3 und die neuen Blu-ray-Recorder bereiten Sony erneut Probleme. Die Aktien sind zeitweise auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten gefallen.

Tokio/Chiba - Sony  habe bereits im Dezember von Problemen mit seinen Batterien in Notebooks gewusst, das Problem sei aber nicht vollständig untersucht worden, berichtet die japanische Tageszeitung "Yomiuri Shimbun" (Dienstagausgabe).

Damals erfuhr Sony dem Blatt zufolge von einem Dell-Notebook, das bereits im November Feuer gefangen haben soll. Der japanische Konzern habe daraufhin herausgefunden, dass der benutzte Akku aufgrund einer Verunreinigung mit Metallpartikeln zur Überhitzung neige. Die für andere Unternehmen hergestellten Batterien seien allerdings nicht untersucht worden, weil vergleichbare Probleme in anderen Computern bis dahin nicht bekannt gewesen seien.

Bei rechtzeitigem Handeln hätte Sony jedoch den globalen Rückruf seiner in den PCs verwendeten Batterien verhindern können. So mussten die Computerhersteller Dell (Kurswerte anzeigen), Apple (Kurswerte anzeigen), Lenovo (Kurswerte anzeigen) und Toshiba (Kurswerte anzeigen) seit Mitte August alle ihre Rechner mit den beschädigten Akkus zurückrufen.

Als jüngstes Unternehmen hat am Mittwoch auch Fujitsu  den Rückruf von 287.000 Sony-Batterien angekündigt. Der japanische Konzern hat inzwischen ein weltweites Austauschprogramm für möglicherweise gefährliche Batterien gestartet.

Playstation-3-Absturz beunruhigt Händler

Playstation-3-Absturz beunruhigt Händler

Dabei scheint die Pannenserie von Sony gerade erst anzufangen, denn auch andere Produkte des Konzerns verursachen derzeit negative Schlagzeilen. So stürzte die neue Spielkonsole Playstation 3 am Dienstag auf einer Computerspielmesse in Tokio wiederholt ab, worauf die Papiere des Unternehmens auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten fielen.

Sony-Sprecherin Nanako Kato führte den Absturz auf eine Überhitzung zurück, da in der Messehalle 200 Geräte auf engem Raum nebeneinander aufgestellt waren. "Für einen normalen Spieler daheim sollte es kein Problem geben", sagte Kato. Die Japaner mussten den Start der Spielkonsole bereits zweimal wegen Schwierigkeiten bei dem geplanten Blu-ray-Laufwerk verschieben, so dass die Börse sehr feinfühlig auf erneute Probleme reagiert.

Doch das DVD-Nachfolgeformat Blu-ray bereitet Sony offenbar nicht nur bei der Spielkonsole Schwierigkeiten. Am Dienstag teilte der Konzern ebenfalls mit, dass die neuen Blu-ray-Recorder mit besonders hochauflösender Bildqualität (High Definition) am 8. Dezember vorerst nur in Japan auf den Markt gebracht werden. Für die USA und Europa plane Sony dagegen noch keine Markteinführung, erklärte Vize-Präsident Kiyoshi Nishitani.

Damit hinkt der Konzern seinem Konkurrenten Matsushita Electric Industrial  (Panasonic) weit hinterher, der seine neuen Blue-Ray-Recorder bereits ab dem 15. November in Japan verkaufen will.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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