BenQ T-Mobile friert Bestellungen ein

Die Zukunft der von BenQ übernommenen Ex-Siemens-Handysparte ist weiter ungewiss. Mehrere Mobilfunkkonzerne lassen offensichtlich ihre Bestellungen ruhen. Der taiwanesische Mutterkonzern hat unterdessen seine Entscheidung verteidigt, die deutsche Tochter in die Insolvenz zu schicken.

München/Taipeh - Der Mobilfunkkonzern T-Mobile hat seine Bestellungen beim Handyhersteller BenQ  auf Eis gelegt. Wie die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) berichtet, führt Insolvenzverwalter Martin Prager aus diesem Grund noch in dieser Woche Gespräche mit T-Mobile. Ziel sei es, das Unternehmen davon zu überzeugen, weiter BenQ-Handys abzunehmen. "Das hat jetzt oberste Priorität", zitiert das Blatt aus Unternehmenskreisen.

Nach der Insolvenz von BenQ müssten nun einige Fragen wie Kundenservice und die Versorgung mit Ersatzteilen geklärt werden, sagte ein T-Mobile-Sprecher. "Ziel der Gespräche mit dem Insolvenzverwalter ist es aber, weiterhin BenQ- Handys zu verkaufen." Von der Insolvenz der deutschen Tochter der taiwanischen BenQ habe T-Mobile aus den Medien erfahren.

Das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter soll in den kommenden Tagen stattfinden. T-Mobile ist nach Angaben aus Branchenkreisen mit einigen hunderttausend verkauften Geräten einer der größten Kunden von BenQ. Derzeit hat die Bonner Gesellschaft vier Mobiltelefone der früheren Tochter von Siemens im Programm.

Ohne die deutschen Netzbetreiber als Abnehmer könnte der Betrieb bei BenQ Mobile kaum über den Jahreswechsel hinaus aufrechterhalten werden, schreibt das Blatt weiter. Das Geschäft mit den Mobilfunkbetreibern sei der wichtigste Absatzkanal für das Unternehmen. Allerdings seien die Mobilfunkbetreiber als Verkäufer der Geräte zwei Jahre zur Gewährleistung verpflichtet. Ohne Ersatzteile und Unterstützung des Herstellers könnten sie diese kaum erfüllen. BenQ Mobile arbeite deshalb intensiv an einer Lösung, die einen solchen Service auch im Falle einer endgültigen Pleite sicherstelle.

Branchenkreisen zufolge hat auch Vodafone D2 seine Bestellung bei BenQ gestoppt. Ebenso wie T-Mobile wolle auch Vodafone  die offenen Fragen klären, hieß es. Ein Sprecher von Vodafone D2 sagte dazu: "Wir sind im Gespräch mit dem Insolvenzverwalter von BenQ."

BenQ Mobile hatte Ende vergangener Woche Insolvenzantrag gestellt, nachdem der taiwanesische Mutterkonzern den Geldhahn zugedreht hatte. BenQ verteidigte diese Entscheidung am Dienstag. "Seit wir das Mobiltelefongeschäft im vorigen Oktober von Siemens übernommen haben, hat BenQ rund 840 Millionen Euro verloren", sagte BenQ- Vorstandsmitglied Rick Lei in Taipeh. "Um BenQ Mobile zu retten, hätten wir nochmals 800 Millionen Euro investieren müssen."

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp