Siemens SBS Kleinfeld geht ans Eingemachte

Rund 100 Millionen Euro will Siemens allein im Personalbereich seiner defizitären IT-Sparte SBS einsparen. Die Mitarbeiter müssen sich auf längere Schichten und weniger Geld einstellen. Gleichzeitig schmiedet das Unternehmen Kooperationspläne mit Intel.

München - "Wir wollen Gespräche mit der IG Metall aufnehmen mit dem Ziel, die Personalkosten zu senken", sagte ein Sprecher von SBS. "Wir werden über Arbeitszeiten und Entgelte sprechen. Ziel ist es, hier die Kosten um 100 Millionen Euro im Rahmen des bekannten 1,3 Milliarden schweren SBS-Sanierungsprogramms zu senken", sagte der Sprecher. Er versicherte: "Es wird keine zusätzlichen Einsparungen geben."

SBS wolle mit der Gewerkschaft IG Metall über einen Ergänzungstarifvertrag in Deutschland verhandeln. Über alle Ebenen hinweg müssten SBS-Beschäftigte länger arbeiten als bisher und unter Umständen auf Teile ihres Gehalts verzichten. Konkreteres könnten erst die Gespräche mit den Gewerkschaftern bringen, sagte der Sprecher. Die Gespräche würden alle 12.000 Mitarbeiter des Bereichs in Deutschland über alle Führungsebenen hinweg betreffen.

Bereits im September 2005 hatte das Unternehmen angekündigt, dass es 2400 Jobs in Deutschland und 3000 im Ausland streichen wolle. Ein Großteil des geplanten Stellenabbaus sei bereits erfolgt.

Im August war bekannt geworden, dass Siemens  die IT-Dienstleistungstochter Siemens Business Services (SBS) vorerst nicht verkaufen, sondern aus eigener Kraft sanieren will.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) berichtete, sind die Probleme der IT-Sparte drängender geworden. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hatte der Bereich einen Verlust von 522 Millionen Euro angehäuft. Das Ziel einer Umlaufrendite von 5 Prozent im Frühjahr 2007 war damit in weite Ferne gerückt.

Eine halbe Milliarde Verlust

Eine halbe Milliarde Verlust

Die Branche der IT-Dienstleister leidet schon lange unter Überkapazitäten. Dem Zeitungsbericht zufolge räumten Manager ein, dass SBS in der Vergangenheit zu viele Aufträge an Land gezogen habe, die sich nicht rechneten.

Um das IT-Geschäft wieder nach vorne zu bringen, hat Siemens jetzt eine Allianz mit Intel  geschmiedet. Der Kommunikationsbereich Communications (Com) arbeitet künftig bei der Entwicklung der Internettelefonie mit dem weltgrößten Computerchiphersteller zusammen.

Im Mittelpunkt der Kooperation stünden unter anderem die Sicherheit von drahtlosen Netzen und Echtzeitkommunikation sowie Branchenlösungen, erklärte Siemens. Damit sollten Geschäftsprozesse in der Telekom- oder der Finanzdienstleistungsbranche verbessert werden. Bis Jahresende wollen die beiden Gesellschaften "ausgewählten Kunden" erste technologische Lösungsansätze vorstellen, die bei Intel entwickelt werden.

Der Siemens-Bereich Com ist einer der weltgrößten Anbieter in der Telekombranche. Die größte Sparte des Unternehmens setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 mit rund 54.500 Mitarbeitern mehr als 13 Milliarden Euro um. Siemens will die Netzwerksparte von Com in ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem weltgrößten Handyhersteller Nokia  auslagern. Dies soll bis Ende dieses Jahres geschehen.

manager-magazin.de mit Material von vwd, dpa, ddp und reuters

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