Arbeitsplatzabbau Springer strafft seine Strukturen

Die Unternehmensberatung Roland Berger ist fündig geworden: Zahlreiche Stellen in der Verwaltung des Axel-Springer-Verlags sind einer Analyse zufolge überflüssig. Der Berliner Konzern folgt der Empfehlung und streicht rund 266 Arbeitsplätze, betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

Frankfurt am Main - Rund die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter sollten das Unternehmen über Altersteilzeit-Regelungen oder Fluktuation verlassen, teilte Axel Springer AG  am Dienstag mit. Der Rest der Stellenstreichungen solle bis Mitte 2009 realisiert werden. Die Standorte Berlin und Hamburg seien von dem Personalabbau gleichermaßen betroffen, hieß es.

Unternehmenssprecherin Edda Fels schloss betriebsbedingte Kündigungen grundsätzlich nicht aus. "Sie sind bei Springer aber von jeher die Ultima Ratio", fügte sie hinzu. Derzeit seien rund 12 Prozent der Mitarbeiter in der Verwaltung tätig, künftig sollten es weniger als 10 Prozent sein.

Ziel von Springer sei es, die Stellenzahl im Konzern möglichst konstant zu halten und in so genannten "marktnahen" Bereichen, wie Redaktionen, Anzeigen und Vertrieb, neue Mitarbeiter einzustellen. Bis jetzt wurden bereits rund 130 neue Stellen geschaffen, die den geplanten Arbeitsplatzabbau bei weitem kompensieren, so Fels gegenüber manager-magazin.de.

Springer hatte schon im Mai die Unternehmensberatung Roland Berger ins Haus geholt, um in Bereichen wie Personal, Recht, Vorstandsbüros, Rechnungswesen, Finanzen, Kantine, Einkauf und Immobilien die Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. "Die Unternehmensberatung hat uns sogar einen noch höheren Arbeitsplatzabbau empfohlen", so Fels.

Insgesamt arbeiten nach Angaben des Verlags in diesen Zentralfunktionen 1165 Mitarbeiter, konzernweit sind knapp 10.000 Menschen bei Springer beschäftigt. Im vergangenen Jahr hatte der Verlag, der unter anderem die Tageszeitungen "Die Welt" und "Bild" herausgibt, den Gewinn um rund die Hälfte auf 231 Millionen Euro gesteigert.

manager-magazin.de mit Material von ddp/reuters