IDS Scheer Groß und größer

Seit diesem Freitag hat der Saarbrücker IT-Spezialist IDS Scheer einen neuen Chef. Thomas Volk will das Unternehmen in die Zukunft führen. Sein ambitioniertes Ziel: Der Umsatz soll sich mehr als verdreifachen.

Frankfurt am Main - Das Software- und Beratungsunternehmen IDS Scheer  steht an einer Schwelle zu einer neuen Größenordnung und soll globaler werden. In die neuen Sphären soll sie der neue Vorstandschef Thomas Volk führen. "Aus IDS Scheer soll eine Firma werden, die beim Umsatz in Richtung eine Milliarde Euro geht", sagte Volk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Volk ist seit diesem Freitag Vorstandschef der Tecdax-Gesellschaft. Zuvor war er bei dem Softwareunternehmen Sybase und Hewlett-Packard  beschäftigt.

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Vergangenes Jahr kam Scheer auf einen Umsatz von knapp 320 Millionen Euro. Bisher war geplant, dass sich dieser Wert zunächst bis zum Jahr 2010 verdoppeln soll. 70 Prozent des Umsatzes generiert IDS Scheer in Europa, Nordamerika liefert weniger als 20 Prozent und in Asien sind es weniger als 10 Prozent.

"Das entspricht nicht einem Global Player", sagte Volk der Zeitung. Ihm schwebe eine Umsatzverteilung im Konzern von 40 Prozent Nordamerika, 40 Prozent Europa und 20 Prozent Asien vor. Das Wachstum hierzulande soll nicht vernachlässigt werden, nur anderswo soll das Unternehmen schneller wachsen, sagte der neue Vorstandschef.

Neue Partner gesucht

"Man muß sich Gedanken machen, wie man so eine Firma aufbaut und das Geschäft skalierbar gemacht werden kann", so Volk. Ob der Manager diese Vorgaben umsetzen kann, ist offen. Mit Sicherheit wird er aber an den Ergebnissen im Auslandsgeschäft gemessen; die bei Scheer deutlich unter der beachtlichen Inlandsmarge liegen.

Die internen Strukturen für künftiges Wachstum sind bereits geschaffen worden, wie es hieß. Das Produkt- und das Beratungsgeschäft werden künftig stärker zentral geführt. Das Softwareprodukt von Scheer (Aris), ein Programm zur Verbesserung von Geschäftsprozessen, sei in der Fachwelt international anerkannt.

"Wenn das so gesehen wird, dann können wir es auch internationaler und erfolgreicher verkaufen", sagte Volk. Im Produktgeschäft will er sich dabei stärker auf Partner, etwa Systemintegratoren, fokussieren. Das sind Unternehmen, die Hard- und Software verschiedener Anbieter integrieren. Sie sollen als Multiplikatoren für die IDS-Scheer-Software in den Märkten wirken.

Klares Profil für Berater gewünscht

Seit Jahren arbeitet IDS Scheer mit SAP  zusammen, kürzlich vereinbarten die Saarbrücker auch mit dem SAP-Konkurrenten Oracle  eine Partnerschaft. Es sollen weitere Kooperationen folgen, kündigte Volk an. Die Zusammenarbeit mit Oracle zeige, dass die IDS-Scheer-Software auch außerhalb des SAP-Umfelds anerkannt werde. Es sei das Ziel, diese Software als Standard für Geschäftsprozessmanagement international bekannt zu machen.

Das margenschwächere Beratungsgeschäft soll ein klares Profil in lokalen Märkten bekommen, etwa dadurch, daß bestimmte Kundenindustrien definiert werden. Als Beispiel nannte Volk Software für Compliance Management (Überwachung gesetzlicher Auflagen) im Gesundheitswesen.

In den vergangenen Jahren habe es eine solche Profilierung außerhalb des SAP-Geschäfts kaum gegeben. Außerdem sollen sich die Berater weniger auf die reine Implementierung beispielsweise von SAP-Software konzentrieren, sondern stärker die Geschäftsabläufe und deren Verbindung zur Informationstechnologie aufgreifen. Das biete höhere Margen. Durch die zentralere Struktur erwartet Volk auch Effizienzvorteile durch die bessere Nutzung von Beraterressourcen und Know-how.

dpa-afx

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