Agenturen Auf der Suche nach den Web-Profis

Eine klassische Werbeagentur zu finden, ist nicht sehr aufwändig. Schwieriger wird es dagegen bei speziellen Onlineagenturen. Ein Internetaward, bei dem die User die beste Web-Werbung küren, könnte den Profis zu einem höheren Bekanntheitsgrad verhelfen.
Von Werner Knopf

Noch werden im Internet vor allem Einkaufsentscheidungen getroffen. Demnächst werden hier auch die Bundestagswahlen entschieden.

Web 2.0 ist erst der Anfang. Immer mehr Menschen bleiben immer länger im Netz. Und werden dabei immer mitteilsamer.

Das Internet ist heute schon das demokratischste Medium von allen. Demnächst wird es alle unsere Entscheidungen beeinflussen. An Wachstumsraten von 38 Prozent haben wir uns längst gewöhnt. Jedes andere Medium würde einstellige Zuwachsraten als Sensation feiern.

Toll. Dann ist ja alles in Ordnung.

Die Zukunft ist gerettet. Sie heißt Internet.

Ein idealer Zeitpunkt, die Werbungtreibenden und die interessierte Öffentlichkeit weiter aufzuklären. Zum Beispiel darüber, wer im Netz die beste Werbung macht. Ein Wachstum, wie es das Internet aufweist, schreit förmlich nach mehr Orientierung. Es wäre sicher hilfreich für die bestehenden und die potenziellen Werbekunden im Onlinebereich, wenn sie mehr Transparenz über den Markt der Werbeanbieter hätten.

Ein einfaches Beispiel: Es gibt keinen Pitch, in dem wir nicht beweisen, dass jede Kampagne, die wir vorstellen, auch im Internet funktioniert. Also haben wir uns gesagt, wir sollten uns eine eigene Onlineagentur zulegen. Oder zumindest eine Partnerschaft eingehen.

Leichter gesagt, als getan. Kennen Sie den Markt der Onlineagenturen? Können Sie zehn gute Onlineagenturen aufzählen, die für uns in Frage kämen? Wohl kaum.

Wenn der User zur Jury wird

Wenn der User zur Jury wird

Das meine ich mit mehr Transparenz. Bei den klassischen Agenturen kennt man die lauten, die leisen, die schrägen und die geraden, die kreativen und die eher langweiligen. Warum nicht im Bereich Internet? Hier gibt es die gleichen Unterschiede.

Klar, die Branche ist jünger und damit noch nicht so bekannt. Aber was passiert, um das zu ändern? Mein Gefühl ist, dass jeder versucht, sich selbst zu profilieren, was auch völlig in Ordnung ist. Aber für die Gesamtheit der Onlineagenturen passiert leider nur sehr wenig.

Die klassischen Agenturen haben den Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA, was haben die Onlineagenturen?

Ein Weg zu mehr Transparenz wäre mehr Wettbewerb. Und zwar in Form eines eigenen großen Events, wo die beste Onlinewerbung der Republik prämiert wird.

Nicht nur, als eine Rubrik beim ADC, sondern so, wie das Netz auch funktioniert. Demokratisch. Es sollte eine Veranstaltung sein, bei der es kein Gekungel gibt. Keine Jury und schon gar keine Jury, die aus Leuten besteht, die selber gerne Preisträger sein wollen. Die Jury müssten die User sein. Sie wissen am besten, was sie im Netz sehen wollen und was nicht. Sie wissen am besten, was angekommen ist und was nur genervt hat.

Gibt es solch einen Award schon? Wenn nicht, würde ich gerne den ersten Preis stiften. Und bei der Gelegenheit mal die Besten der Branche persönlich kennen lernen.

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