Infineon Arbeitsplätze in Dresden gefährdet

Wenige Tage vor dem Börsengang der Infineon-Tochter Qimonda sorgt der Börsenprospekt für Wirbel. Wie aus dem Informationsblatt hervorgeht, wollen sich Mutter und Tochter mögliche Restrukturierungskosten für eine der Produktionsstätten in Dresden aufteilen. Mitarbeiter befürchten nun einen Stellenabbau.

München – Am 9. August soll es soweit sein, dann soll Infineons Speicherchiptochter Qimonda an die Börse gehen. Nur wenige Tage vor der Platzierung an der New York Stock Exchange sorgt nun der Börsenprospekt, den das Münchener Unternehmen bei der SEC eingereicht hat, für Aufsehen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, zeigt der Prospekt verschiedene Szenarien auf, wie es nach dem Börsengang mit Qimonda und den Werken in Dresden weitergehen könnte.

Darin heißt es, dass sich beide Unternehmen darauf geeinigt hätten, eventuelle Restrukturierungskosten aufzuteilen. Abfindungszahlungen und Kosten für die Senkung der Produktionstiefe im 200 Millimeter-Werk in Dresden seien darin eingeschlossen. Schon seit einiger Zeit warnt die Gewerkschaft IG Metall vor einem möglichen Arbeitsplatzabbau nach der Aufspaltung des Konzerns beziehungsweise nach dem Börsengang.

Laut "SZ" ist die ältere Anlage der beiden Werke in Dresden betroffen. Hier läuft ein Vertrag mit Infineon im September 2007 aus, der bis dahin die Auslastung garantieren soll. Was danach passiert, ist bislang noch unklar.

Sollten sich die beiden Unternehmen nicht auf die Fortführung der Produktionslinie einigen, könnte es der Fabrik in Dresden so ergehen wie dem Werk in Perlach, das vor der Schließung steht, befürchten Mitarbeiter.

Derzeit beschäftigt Qimonda in der 200-Millimeter-Fabrik in Dresden insgesamt 2300 Mitarbeiter. Ein Sprecher von Infineon erklärte gegenüber der Zeitung, dass bislang keine Beschlüsse über die Zukunft des betroffenen Werkes gefasst seien. Zudem gebe es mehrere denkbare Optionen.

Aus dem Börsenprospekt geht indes hervor, dass Qimonda die Produktion in Niedriglohnländer forcieren will. "Wir werden unsere Präsenz in Niedriglohnländern erhöhen, um unsere Produktionskosten pro Einheit weiter zu reduzieren", zitiert die Zeitung aus dem Prospekt. Asien spiele dabei eine zentrale Rolle.

Derweil hat Infineon die Beteiligung an seiner 100-prozentigen Tochter innerhalb des Konzerns aufgeteilt, berichtet die "Börsenzeitung". So hält die AG 44,1 Prozent an Qimonda, während die restlichen Anteile der Infineon Investment gehören. Zum Börsengang sollen 21 Prozent an institutionelle Anleger abgegeben werden. Analysten haben die Preisspanne von 16 bis 18 Dollar bereits als zu hoch kritisiert.

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