Freitag, 21. Februar 2020

E-Plus Die Konkurrenz abgehängt

Deutschlands drittgrößter Mobilfunker E-Plus hat auch im zweiten Quartal deutlich mehr Kunden gewonnen als seine drei Wettbewerber. Wachstumsmotor waren vor allem die beiden Billigmarken Simyo und Base sowie die Kooperationsangebote mit Aldi und dem Musiksender Viva.

Frankfurt am Main - Von April bis Juni kamen bei E-Plus 410.000 Nutzer hinzu, womit sich die Kundenzahl zum Quartalsende auf 11,85 Millionen erhöhte, wie die Tochter des niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN Börsen-Chart zeigen am Dienstag mitteilte. E-Plus schätzt seinen Marktanteil in Deutschland damit nun auf 14,5 Prozent.

Wachstum dank Aldi:
Mit seinen Billigmarken und Kooperationsangeboten landete E-Plus einen Volltreffer
Der Münchener Mobilfunker O2 und das Düsseldorfer Unternehmen Vodafone D2 hatten im gleichen Zeitraum 236.000 beziehungsweise 250.000 Kunden gewonnen. Marktführer T-Mobile legt seine Zahlen erst in der kommenden Woche vor.

Ein Großteil der neuen E-Plus-Telefonierer entschied sich im zweiten Quartal für Alternativangebote wie die Flatrateanbieter Base, die Discountmarke Simyo oder die Kooperationsangebote von Aldi und Viva. Insgesamt gewann E-Plus für seine neuen Angebote bislang rund drei Millionen Kunden.

"Die Kunden unserer neuen Marken machen deutlich höhere Umsätze, gleichzeitig gewinnen wir sie zu einem Bruchteil der Kosten klassischer Mobilfunkkunden", sagte E-Plus-Chef Michael Krammer. Mit durchschnittlich 83 Euro pro Neukunde lägen die Kosten 52 Prozent unter dem Vorjahreswert und deutlich unter dem Branchendurchschnitt.

Umsatz und Gewinn gesteigert

Bei den Prepaid-Karten konnte E-Plus das stärkste Wachstum aller Anbieter verzeichnen. Der Anteil der E-Plus-Kunden mit vorausbezahlten Karten stieg im zweiten Quartal um 333.000 Nutzer. Diese Kunden brachten allerdings mit im Schnitt sechs Euro im Monat deutlich weniger Umsatz als Vertragskunden, die im zweiten Quartal für durchschnittlich 33 Euro telefonierten. In diesem Bereich konnte E-Plus allerdings nur 77.000 neue Kunden gewinnen. Der Mobilfunker will das daher durch eine Stärkung seiner Kernmarke mit einem neuen Tarif wieder beleben.

Das Kundenwachstum schlug sich im gesamten Umsatz nieder, der 2 Prozent auf 722 Millionen Euro zulegte. Ohne den Verkauf von Endgeräten lag das Plus sogar bei 9,8 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg von 154 Millionen Euro auf 267 Millionen. Das operative Ergebnis belief sich auf 101 Millionen Euro nach einem Verlust von 10 Millionen Euro im Vorjahresquartal und einem ausgeglichenen Ergebnis in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Der Vorsitzende des E-Plus-Mutterkonzerns KPN, Ad Scheepbouwer, zeigte sich erfreut, dass das deutsche Tochterunternehmen wieder einen operativen Gewinn erwirtschaftete. Er erwartet nun für den Gesamtkonzern eine Verbesserung des Vorsteuer-Ergebnisses um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz. Bislang war KPN davon ausgegangen, lediglich das Ergebnis des letzten Jahres zu halten.

KPN insgesamt steigerte bei etwa gleich gebliebenem Umsatz von knapp drei Milliarden Euro seinen operativen Gewinn von 556 auf 670 Millionen Euro. E-Plus trägt damit rund 15 Prozent zum operativen Ergebnis von KPN bei. Der Überschuss von KPN wuchs im zweiten Quartal von 239 Millionen auf jetzt 461 Millionen Euro.

ddp/dpa/reuters

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