Werbeetat Springer & Jacoby verliert Mercedes

Nach 16 Jahren Zusammenarbeit mit Springer & Jacoby wechselt der Autobauer Mercedes-Benz seinen Werbepartner. Betreut wird die Marke künftig von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Für Springer & Jacoby ist dies ein weiterer herber Rückschlag.

Stuttgart - Der Werbeauftritt liege künftig in den Händen der Hamburger Agentur Jung von Matt, teilte DaimlerChrysler  am Donnerstag mit. Betreut wird Mercedes-Benz bei Jung von Matt von Jean-Remy von Matt und Holger Jung. "Von der Marke werden zu Recht in jeglicher Hinsicht Spitzenleistungen erwartet – das ist auch unser Anspruch in der Markenkommunikation", so Vertriebs- und Marketingchef Klaus Maier.

Die vergangenen 16 Jahre hatte sich die ebenfalls in Hamburg sitzende Agentur Springer & Jacoby (S&J) die lukrativen Aufträge des Autobauers gesichert. Zu den Gründen für den Wechsel machte der Konzern keine näheren Angaben.

Allerdings ist die Arbeit von Springer & Jacoby schon seit Mitte vergangenen Jahres in der Kritik. Die Kunden beschwerten sich über zu hohe Fluktuation und einen schwankenden Service.

Die Firmengründer Reinhard Springer und Konstantin Jacoby trennten sich deshalb von ihren Deutschland-Chefs Alexander Schill und Jörg Schultheis und beauftragten kurzerhand Oliver Schwall mit der Leitung, dem bisherigen Holding-Vorsitzenden. "Das Mutterschiff in Hamburg ist unfit", bilanzierte Schwall kurze Zeit später im manager magazin. Jahrelang sei man fahrlässig mit den Ressourcen umgegangen und habe schlichtweg zu viele Menschen für zu wenige Aufträge eingestellt.

Ende vergangenen Jahres wurde Springer & Jacoby dann verkauft. Die börsennotierte Münchener Kommunikationsagentur Elephant Seven übernahm die Anteile der amerikanischen Werbeholding Interpublic (51 Prozent) sowie die der Agenturgründer Springer und Jacoby (jeweils 12,5 Prozent) und des S&J-Managements (24 Prozent). Doch auch der neue Besitzer konnte DaimlerChrysler offenbar nicht mehr von einer tief greifenden Veränderung bei Springer & Jacoby überzeugen.

manager-magazin.de mit Material von dpa