Debitel Light Warten auf Gewinne

Die Zahl der Handykunden im Discountsegment wird sich bis zum Jahresende nach Meinung von Debitel-Light-Chef Jörg Kühnapfel mehr als verdoppeln. Schwarze Zahlen sind dennoch nicht in Sicht. "Richtig glücklich macht dieser Markt noch nicht", so Kühnapfel.

Frankfurt - Bisher seien nach Branchenschätzungen rund zwei Millionen Kunden von Anbietern mit niedrigen Einheitstarifen gewonnen worden, sagte Debitel-Light-Chef Jörg Kühnapfel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bis Jahresende solle diese Zahl auf bis zu 4,5 Millionen steigen. Debitel-Light hat nach Schätzungen von Marktbeobachtern seit dem Marktstart im Oktober vergangenen Jahres deutlich mehr als 200.000 Kunden gewonnen, wie die Zeitung berichtet.

Kühnapfel sagte, selbst wenn die 4,5 Millionen Kunden bis zum Jahresende erreicht werden, liege der Anteil der Billiganbieter in Deutschland mit höchstens 7 Prozent aber noch weit unter dem Wert, der in anderen europäischen Ländern erreicht werde. Dort entfallen nach den Angaben bis zu 20 Prozent der Mobilfunkkunden auf diese Anbieter mit Einheitspreisen ohne Handy-Subvention und einem reduzierten Service, die auch als "No-frills-Anbieter" bezeichnet werden.

"Die Marke von 20 Prozent wird in Deutschland erst in rund drei Jahren erreicht sein", sagte der Debitel-Light-Chef. Dann soll der Marktanteil seines Unternehmens im Segment der Billiganbieter bei rund 20 Prozent liegen. Bisher beträgt dieser Anteil knapp 15 Prozent.

Im Gegensatz zu anderen Billiganbietern wie Simyo, Easy-Mobile oder Simply setzt Debitel-Light nicht allein auf den Verkauf seiner Mobilfunkverträge im Internet. Das Unternehmen nutzt die Vertriebswege der Muttergesellschaft Debitel , die dabei eng mit dem Handelkonzern Metro  zusammenarbeitet. So werden die Debitel-Light-Produkte auch in den Media-Märkten oder bei Saturn und Kaufhof angeboten.

"Wir haben zu unserer Überraschung festgestellt, dass die normalen Vertriebskanäle besser funktionieren als der Verkauf über das Internet", sagt Kühnapfel. Rund zwei Drittel der Kunden seien bisher darüber gewonnen worden, der Rest über den Vertrieb im Internet. Auch liegen die Kosten für die Kundengewinnung in den klassischen Vertriebskanälen unter denen im Internet. So seien die im Netz gewonnenen Kunden defizitär - selbst bei einer angenommenen Nutzungszeit der Mobilfunkkarte von 18 Monaten.

Auch über die gesamte Kundenbasis hinweg verdient Debitel-Light noch kein Geld. "Richtig glücklich macht dieser 'No-frills-Markt' noch nicht. Ich gehe davon aus, dass keiner der Billiganbieter im Jahr 2006 mit einem positiven Ergebnis abschließen wird", sagte Kühnapfel. "Wir investieren hier in einen innovativen Markt und werden in absehbarer Zeit auch Gewinn erwirtschaften."

Den Durchschnittsumsatz der Kunden bei Debitel-Light mit Kühnapfel sieben bis neun Euro monatlich. Der vergleichsweise niedrige Betrag liegt nach seinen Angaben auch an der vergleichsweise hohen Quote von Nichtnutzern der gekauften Guthabenkarten. Den Durchschnittsumsatz der aktiven Kunden bezifferte er auf rund 10 Euro im Monat.

Gründe für eine Veränderung des Angebotes von Debitel-Light sieht Kühnapfel zurzeit nicht. So denke man zum Beispiel nicht daran, einen Community-Tarif anzubieten, bei dem die Kunden untereinander zu niedrigeren Preisen kommunizieren könnten.

dpa-afx