Microsoft Der Google-Jäger geht

Martin Taylor, bei Microsoft zuständig für den Windows-Live-Bereich und damit Chefstratege im Kampf gegen Google, verlässt den Softwarekonzern. Taylor gilt als Vertrauter von Bill Gates. Nach dessen Rückzug passe Taylor den neuen Herren nicht mehr ins Konzept, spekulieren Analysten.

San Francisco - Microsoft  trennt sich von einem hochrangigen Manager, der für die Marketing-Strategie im Kampf gegen den Internet-Konzern Google  zuständig ist. Warum Martin Taylor nach 13 Jahren den weltgrößten Software-Hersteller verlässt, wurde am Dienstagabend zunächst nicht bekannt.

Er hatte im März die Zuständigkeit für das Marketing von Windows Live erhalten, mit dem Microsoft seine verschienen Internet-basierten Angebote unter einem Dach bündeln will. Damit will der Konzern besser gegen Google und Yahoo  im Markt um Online-Anzeigen bestehen können. Taylor hatte zuvor zusammen mit Microsoft-Chef Steve Ballmer und Gründer Bill Gates an strategischen Projekten und langfristigen Plänen für das Unternehmen gearbeitet.

Zuletzt hatte Taylor Mitte Mai die kostenlose Kommunikationsplattform Windows Live Messenger präsentiert. Mit der neuen Version des Kommunikationstools will Microsoft vor allem Yahoo und AOL Paroli bieten. Die neue Version werde "die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren und miteinander in Verbindung bleiben, verändern", hatte Taylor damals optimistisch angekündigt.

Die Feindschaft mit der Open-Source-Bewegung wurde unter Taylor dagegen beigelegt. "Wir konkurrieren nicht mit Open Source", hatte der Microsoft-Stratege Ende vergangenen Jahres gesagt. Open Source sei nur eine Methode, Software zu schreiben. "Die Kunden schauen heute stärker auf die Gesamtkosten einer Softwarelösung. Und wir sind davon überzeugt, dass Microsoft hier unterm Strich besser abschneidet", stellte sich Taylor ganz in den Dienst seines Unternehmens.

Vor einigen Tagen hatte Microsoft-Mitgründer Bill Gates erklärt, sich in Zukunft überwiegend seiner Stiftung zu widmen. Seine Stelle als oberster Software-Architekt geht an Ray Ozzie.

Analyst Tim Bajarin von Creative Strategies spekulierte, Ozzie wolle in seiner neuen Position seine eigenen Leute um sich versammeln. "In vielen Fällen passen Leute aus der Vergangenheit nicht", sagte Bajarin mit Blick auf Taylor.

manager-magazin.de mit Material von rtr

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