Freitag, 18. Oktober 2019

Web 2.0 Andere arbeiten lassen

4. Teil: Qype.com

3. Qype.com

Worum geht's? Es gibt Suchmaschinen wie Google, die liefern für jedes Stichwort Unmengen von Suchergebnissen. Doch bei vielen Suchanfragen kommt es nicht auf die Menge der Ergebnisse an, sondern auf die Verwertbarkeit. Wer zum Beispiel nach einem Restaurant sucht, interessiert sich in der Regel für zwei Dinge: Befindet sich das Restaurant in meiner Nähe? Und entspricht es meinem Geschmack und Budget?

In jeder Gegend suchen: Qype-Teammitglieder (v.l.n.r.) Benjamin Rabe (Design), Stephan Uhrenbacher (Gründer) und Frank Westphal (Technik)

Genau solche Fragen will das Hamburger Start-up-Unternehmen Qype beantworten. Auf der Qype-Internetseite können Nutzer Produkte bewerten, und zwar mit dem Schwerpunkt auf Angebote aus ihrer Region.

Andere Nutzer können anhand dieser Bewertungen zum Beispiel nach dem besten Restaurant oder der zuverlässigsten Autowerkstatt in ihrer Gegend suchen. Gleichzeitig können sie sich darüber informieren, wer die jeweilige Bewertung abgegeben hat - und überlegen, ob dieser Nutzer beim Essengehen den gleichen Geschmack hat wie man selbst.

Wer macht's? Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher (36) gehört zu den deutschen Internetveteranen. Er arbeitete bereits für den E-Commerce-Anbieter lastminute.com, für das Informationsportal bild.t-online.de und die Internetapotheke Doc Morris.

Wie läuft's? Vier Wochen nach dem Start Anfang April konnte Qype auf 3500 registrierte Nutzer und eine halbe Million Seitenaufrufe pro Monat verweisen. Umsätze macht das Hamburger Unternehmen bislang allerdings kaum.

Virtuelles Branchenbuch: Qype will die individuelle Verwertbarkeit seiner Suchergebnisse durch Nutzerempfehlungen steigern
In Zukunft will Qype sein Geld vor allem durch Onlinewerbung verdienen, etwa indem neben den von Nutzern empfohlenen Restaurants bezahlte Anzeigen von Gaststätten in der gleichen Gegend stehen.

Für die Nutzer selbst soll der Dienst auch in Zukunft kostenlos bleiben. Derzeit zehrt das Start-up von einigen 100.000 Euro Startkapital, die Uhrenbacher bei privaten Business Angels eingesammelt hat.

Was kommt? "Wir wollen zunächst weiter wachsen und dann in zweieinhalb Jahren den Break Even schaffen", sagt Uhrenbacher. Um sich so lange Zeit lassen zu können, benötigt Uhrenbacher allerdings noch weiteres Wagniskapital. Derzeit verhandelt er mit einem Fonds über eine neue Finanzierungsrunde. Vom Erfolg dieser Gespräche dürfte abhängen, wie lange es Qype gibt.

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