Mittwoch, 23. Oktober 2019

Web 2.0 Andere arbeiten lassen

3. Teil: OpenBC.com

2. OpenBC.com

Worum geht's? Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als "Business Networking Community". Unternehmensgründer Lars Hinrichs drückt es simpler aus: "Wir wollen unseren Kunden helfen, die Kontakte ihrer Kontakte zu nutzen."

"Kontakte nutzen": CEO Lars Hinrichs gründete OpenBC von seinem Wohnzimmer aus

Wer sich bei OpenBC als einfaches Mitglied anmeldet, ist in der Mitgliederdatenbank verzeichnet und kann von potenziellen Geschäftspartnern gefunden und kontaktiert werden.

Wer selbst in der OpenBC-Datenbank nach nützlichen Geschäftskontakten fahnden will, braucht die Premium-Mitgliedschaft für knapp sechs Euro Monatsbeitrag.

Wer macht's? Lars Hinrichs (29) besitzt reichlich Erfahrung mit dem Auf und Ab der Internetbranche: Seine auf Onlineunternehmen spezialisierte Marketingberatung BöttcherHinrichs AG ging 2002 Pleite. Bereits ein Jahr später gründete er von seinem Wohnzimmer aus OpenBC.

Wie läuft's? Inzwischen hat OpenBC rund 1,2 Millionen Nutzer, die im laufenden Jahr für zehn Millionen Euro Umsatz sorgen sollen. Dabei legt Hinrichs Wert auf die Feststellung, dass das Unternehmen bereits wenige Monate nach der Gründung profitabel gewesen sei.

Virtuelles Netzwerk: Über OpenBC lassen sich nützliche Geschäftskontakte knüpfen
Wagniskapital werde nur zur Finanzierung des Wachstums benötigt. Bereits heute nutzen die Mitglieder das OpenBC-Angebot in sechzehn verschiedenen Sprachen. Betreut werden sie von rund 35 Mitarbeitern in der OpenBC-Zentrale am Hamburger Gänsemarkt.

Was kommt? Einiges, wenn es nach dem Willen von Hinrichs geht. Bis 2007 sollen zehn Millionen Mitglieder die OpenBC-Technologie nutzen. Immer häufiger schließt OpenBC dabei Verträge nicht mit Einzelmitgliedern, sondern mit Unternehmen ab. So will zum Beispiel McKinsey die Beziehungen zu seinen ehemaligen Mitarbeitern über die OpenBC-Plattform managen.

Geld für die weitere Expansion ist jedenfalls ausreichend vorhanden: Im vergangenen November verkauften Hinrichs und die bislang an OpenBC beteiligten Business Angels ein knappes Fünftel der Unternehmensanteile an die Wagniskapitalfirma Wellington Partners. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen 5,7 Millionen Euro frisches Kapital.

© manager magazin 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung