Montag, 22. Juli 2019

Ebay Mit Skype einkaufen

Wenige Monate nachdem das Online-Auktionshaus Ebay Skype für 2,6 Milliarden Dollar kaufte, integriert Ebay-Chefin Meg Whitman den VoIP-Anbieter nun in ihr Geschäftsmodell. Künftig wird Skype Ebay-Kunden zueinander bringen, langfristig sollen die drei Hauptgeschäftsfelder Auktionen, Paypal und Skype eng vernetzt werden.

Hamburg - Die Anfänge der Internet-Telefonie reichen bis zur Mitte der Neunziger Jahre zurück - richtig erfolgreich war das Konzept, von Rechner zu Rechner kostenlos zu telefonieren, aber nie. Das ändert sich seit einiger Zeit drastisch und könnte durch einen Schachzug von Ebay Börsen-Chart zeigen zu einer wahren Telefonie-Revolution werden.

Meg Whitman: Will Ebay zum Handelshaus, Finanzdienstleister und Telefonunternehmen machen
Denn Ebay will seine weltweit 200 Millionen registrierten Kunden gern zu Skype-Nutzern machen. Verwunderlich ist das nicht, schließlich hatte Ebay Ende letzten Jahres die astronomische Summe von 2,6 Milliarden Dollar für das Unternehmen bezahlt: Diese Investition soll sich schließlich irgendwann rentieren.

Ersten Gewinn erhofft sich Ebay nun, indem es eine "Skype Me"-Funktion in seine Online-Auktionen integriert. So sollen Interessent und Verkäufer fernmündlich oder per Skype-Message in Kontakt zueinander treten können. Hilfreich sollte das vor allem im Segment hochpreisiger Waren sein, glaubt Ebay-Chefin Meg Whitman.

Bereits ab nächster Woche soll die neue Funktion in 14 Verkaufs-Kategorien angeboten werden - ein Test, der zunächst auf das amerikanische Angebot begrenzt ist.

Mittelfristig jedoch zielt Ebay auf eine höchstmögliche Vernetzung seiner drei Hauptgeschäftsfelder: Ebay-Auktionen, Paypal-Finanztransaktionen und Skype. Das sich daraus ergebende Geschäftsmodell erklärt sich selbst: Skype bietet neben kostenlosen PC-zu-PC-Gesprächen auch kostenpflichtige Verbindungen vom PC zu normalen Telefonen an.

Telekom: Hinkt wegen der Ex-Tochter hinterher

Die Festnetzsparten der klassischen Telekommunikationsunternehmen leiden seit längerem unter dem zunehmenden Druck durch den Boom der Internet-Telefonie. Zahlreiche Internet-Unternehmen bieten mittlerweile DSL-Telefonielösungen an, für die man nicht einmal mehr einen Rechner braucht. Der Branchen-Goliath Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen hofft, durch die Rückintegration der ehemaligen Tochter T-Online diesen Trend in Deutschland abfangen und attraktivere Angebote machen zu können.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke angekündigt, unter anderem durch das Anbieten kombinierter Telefonie- und Internet-Lösungen "verlorene Marktanteile" zurückholen zu wollen. Die Reintegration der im Rahmen der Outsourcing-Welle zum Höhepunkt des Dotcom-Booms ausgegliederten und an die Börse gebrachten Unternehmensteile werde sich allerdings noch "Monate hinziehen", stelle Telekom-Vorstand Walter Raizner bei gleicher Gelegenheit klar.

Telekom-Konkurrenten bieten seit langem kombinierte Telefonie- und DSL-Flatrates.

manager-magazin.de mit Material von ap und rtr

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