Freitag, 19. Juli 2019

Ebay "Wir behalten Google im Auge"

Googles wachsende Stärke und das Vordringen des Suchmaschinenkonzerns in die Ebay-Kernmärkte schrecken Meg Whitman nicht: "Wir betrachten Google nicht als größte Bedrohung unseres Geschäfts", sagte die Ebay-Chefin im Interview.

Düsseldorf - Die Ankündigung Googles Börsen-Chart zeigen, ein Internet-Kaufhaus zu gründen, hat nach Einschätzung von Ebay-Chefin Meg Whitman vorerst keine Folgen für Ebay Börsen-Chart zeigen. "Von der Ankündigung des Online-Kaufhauses Google Base haben wir noch keinerlei Auswirkungen gespürt", sagte sie der "WirtschaftsWoche". "Wir wissen, wie schwer es ist, einen neuen Marktplatz auf die Beine zu stellen. Aber wir behalten Google im Auge."

Ebay-Chefin Whitman: "Wir wissen, wie schwer es ist, einen neuen Marktplatz auf die Beine zu stellen"
Auch bei den anderen Kerngeschäften von Ebay, dem Bezahlsystem PayPal und dem Internettelefonieanbieter Skype, sieht sich Ebay im Vorteil. "Wir betrachten Google nicht als größte Bedrohung unseres Geschäfts. Skype etwa ist im Vergleich zu Google Talk mindestens zwei Jahre voraus", sagte Whitman. "Paypal hat bei Beliebtheit und Sicherheit ebenfalls einen meilenweiten Vorsprung."

Neben Asien sieht Whitman das Geschäft in Europa auf Wachstumskurs, das bald den Umsatz im Heimatmarkt USA übertreffen werde. "Das über Ebay abgewickelte Handelsvolumen in Europa ist heute bereits ähnlich groß wie das in den USA. Daher wird Europa in nicht allzu ferner Zukunft den Umsatz unseres Heimatmarktes übertreffen. Wir glauben, dass hier noch beträchtliche Wachstumschancen liegen."

Die Ebay-Kooperation mit Yahoo Börsen-Chart zeigen erweitert Whitman zufolge die Reichweite der drei Kernmarken. "Dadurch können wir mehr Käufer auf Ebay bringen, Paypal noch weiter verbreiten und Skype weiter in den USA promoten", so Whitman.

Einen zweiten Anlauf für ein Auktionshaus in Japan soll es nicht geben. "Wir bemühen uns um alle großen Märkte in Asien mit der Ausnahme Japans. Von dort haben wir uns im Jahr 2000 verabschiedet, und zumindest derzeit planen wir nicht, zurückzukehren", sagte Whitman. Wer als Erster einen Markt erobert, sei im Vorteil - und in Japan war das bei Online-Auktionen eben Yahoo.

dpa

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