Microsoft Sicherheit hat ihren Preis

Ob "Kurnikova", "Code Red" oder "I love you" - wenn Virenattacken Computer heimsuchen, verweigern vor allem Windows-Rechner ihren Dienst. Sicherheitsprogramme wurden bisher nur von kleinen Softwareschmieden angeboten. Jetzt bietet Microsoft selbst ein Rundum-Sorglos-Paket an - kostenlos ist der Virenblocker allerdings nicht.

Seattle - Mit einem neuen Software-Paket für den Schutz des Computers vor Viren und anderen Attacken tritt Microsoft  in direkte Konkurrenz zu Symantec , McAfee und anderen IT-Sicherheitsunternehmen. Microsoft bietet "Windows Live OneCare" in einer für die Dauer von 90 Tagen kostenlosen Testversion an, die Vollversion für 49,95 Dollar (38,90 Euro) schützt ein Jahr lang bis zu drei Computer.

OneCare soll Endverbrauchern einen Rundumschutz für ihre Computer bieten und ist zunächst in den USA ab sofort in großen Handelsketten sowie im Internet als Download verfügbar, teilte der Softwarekonzern in Redmond mit. "Windows Live OneCare bietet, was sich Millionen von Konsumenten wünschen", sagte Microsoft-Gründer Bill Gates: Eine Quelle für die komplette Pflege, Optimierung und einen Rundumschutz für den Computer.

Microsoft habe an dem Produkt mehr als vier Jahre gearbeitet, sagte Microsoft-Manager Ryan Hamlin. Zuletzt wurde OneCare von 500.000 Nutzern in der Beta-Phase getestet. Das Softwarepaket konkurriert direkt mit vergleichbaren Produkten von Antivirenspezialisten wie McAfee oder Symantec. Erst am vergangenen Dienstag hatte McAfee angekündigt, seine neue Sicherheitssoftware "Falcon" im Sommer auf den Markt zu bringen. Microsoft will mit seiner Software speziell Anwender mit geringem technischen Interesse ansprechen.

Bisher beschränkte sich Microsoft darauf, die Sicherheitslücken seines Betriebssystems Windows mit regelmäßig erscheinenden "Patches" (Plastern) zu stopfen. Außerdem wurde im vergangenen Jahr eine kostenlose Software zum Schutz vor "Spyware" bereitgestellt - dabei handelt es sich um Spionageprogramme, die persönliche Daten oder das Nutzerverhalten des PC-Anwenders ausspionieren.

In der Vergangenheit war das Betriebssystem Windows, das auf mehr als 90 Prozent aller Personalcomputer weltweit installiert ist, wegen seiner Virenanfälligkeit immer wieder angegriffen worden. Die meisten Virenattacken, die das Netz heimsuchen, befallen Windows-Rechner. Microsoft-Kritiker bemängelten die Unsicherheit des Betriebssystems, der Konzern selbst steckte Millionen von Dollar in die Entwicklung von Sicherheitsupdates.

Der Markt für Antivirensoftware wächst derzeit stark. Im Jahr 2004 waren die Umsätze der Branche um 36 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen, schrieb der Branchendienst "c'net" unter Berufung auf die die Marktforscher von IDC. Bis zum Jahr 2009 soll der Markt auf 7,3 Milliarden Dollar wachsen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und rtr