DFL Kommt die Telekom-Bundesliga?

Die Telekom und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wollen den schwelenden Streit um die Bundesliga-Rechte offensichtlich in wenigen Tagen beenden. Um die Wogen zu glätten, könnte die DFL dem Bonner Konzern die Namensrechte an der Bundesliga anbieten. Die passenden Domains hat sich die Telekom bereits gesichert.

Berlin - "Die Telekom befindet sich in sehr intensiven Gesprächen über das Liga-Sponsoring", schrieb die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf einen Manager, der mit den Verhandlungen betraut ist.

Ein Telekom-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch bei der DFL war für eine Stellungnahme niemand erreichbar. Interesse an den Namensrechten der Spielserie hat der Telefonkonzern bereits früher signalisiert.

Am Dienstag wollen T-Online-Vorstand Burkhard Grassmann und der Chef der DFL-Chef Christian Seifert den Konflikt über die Übertragungsrechte dem Bericht zufolge beilegen. Bei dieser Verhandlungsrunde, für die beide Seiten "absolutes Stillschweigen" vereinbart hatten, geht es darum, ob die Telekom  künftig die Fußballspiele live nur über das im Aufbau befindliche Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL und über DSL übertragen darf oder auch über Kabel und Satellit. Die DFL hat der Telekom ein Ultimatum gesetzt, das am kommenden Freitag ausläuft.

Nach Ansicht der DFL darf die Telekom ihr IP-TV ausschließlich über ihr neues Breitbandnetz verbreiten. Im Vertrag sei IP-TV als "Fernsehen über das Internet" definiert. Ausschlaggebend sei das Konzept, das die Telekom der DFL im Zuge der Ausschreibung vorgelegt hatte. Dort sei von Kabel und Satellit nie die Rede gewesen.

Anders sieht das die Telekom. Schließlich sei man davon ausgegangen, dass Premiere  ohnehin die Pay-TV-Rechte bekommen würde. Bereits während der Ausschreibung hatten sich Telekom und Premiere untereinander darauf geeinigt, dass der Bonner Konzern zu Gunsten von Premiere auf die Ausstrahlung via Kabel und Satellit verzichtet. Nachdem aber der Neuling Arena, eine Tochter der Kabelgesellschaft Unity, die Rechte für 700 Millionen Euro erworben hatte, stellte sich für den Konzern die Lage neu dar. Er will jetzt die Berichterstattung über sämtliche Übertragungswege senden.

Premiere zwischen den Stühlen

Premiere zwischen den Stühlen

Nachdem die Telekom bereits kürzlich eine kleine Kooperation mit Premiere beschlossen hatte, die eine gemeinsame Verbreitung über VDSL vorsieht, will der Bonner Konzern nun gemeinsam mit dem Bezahlsender die Spiele auch über Kabel und Satellit ausstrahlen und so einen deutlich höheren Zuschauerkreis ansprechen. Das würde den Pay-TV-Inhaber Arena benachteiligen, der schließlich für die Übertragung fünfmal mehr als die Telekom bezahlt hat und auf die Exklusivität seiner Rechte beharrt.

Nachdem sowohl Telekom als auch DFL schon häufiger gedroht hatten, den Streit vor Gericht klären zu wollen, bahnt sich nun doch eine Lösung an. "Wir wollen das Feld befrieden", heißt es aus Verhandlungskreisen. Grundlage sei ein Brief der DFL, der die Telekom vor einigen Tagen erreichte. Enthalten ist eine Vereinbarung, in der die Telekom bis spätestens Freitag auf die Übertragung via Kabel und Satellit verzichten soll.

Einfach so klein beigeben wollen die Bonner nicht. "Je nachdem, wie die Verhandlungen ausgehen, wird die Telekom die Rechte entweder komplett verwerten oder darauf verzichten, falls sie andere Vorteile bekommt", sagt ein mit den Verhandlungen vertrauter Manager. Dabei könnte die DFL unter anderem die Namensgebung für die Bundesliga anbieten.

Die DFL überlegt bereits seit längerem, wie sie die Namensrechte für die Bundesliga verwerten könnte. Die Telekom hat sich bereits die Internetdomains telekom-liga.de und telekomliga.de gesichert, wie auf der Website der deutsche Registrierungsstelle Denic nachzulesen ist.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und reuters

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