AMD Tausche Investition gegen Subvention

Die 2,5 Milliarden-Dollar-Investition des US-Chipherstellers AMD in Dresden versetzt die ostdeutsche Stadt in helle Aufruhr. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt spricht bereits von ersten Schritten in Richtung eines selbsttragenden Aufschwungs. Doch ganz ohne Gegenleistung ist die Investition von AMD nicht.

Dresden – Der Großteil der 2,5 Milliarden Dollar (1,96 Milliarden Euro) fließt in die Erneuerung des bereits bestehenden Werkes Fab 30, kündigte AMD-Geschäftsführer Hans Deppe am Montag an. Weitere 500 Millionen Dollar werden in ein neues Gebäude investiert, das Testzwecken dienen soll.

Mit der Investition in die Fab 30 entsteht nach Unternehmensangaben eine völlig neue Fabrik, die Fab 38. Lediglich die Hülle bleibe bestehen, die alten Anlagen würden entfernt. Der Ausbau soll Ende 2007 beginnen und bis Ende 2008 abgeschlossen sein.

Nach Deppes Worten handelt es sich bei der Investition um eine strategische Entscheidung. Es gelte, die Marktposition von AMD bei Mikroprozessoren zu festigen und weiter auszubauen. Ziel sei, in zwei Jahren bei voller Auslastung der Kapazitäten eine Produktion von 45.000 so genannter 300-Millimeter-Wafern pro Monat zu erreichen.

Diese Technologie biete Kostenvorteile bei der Produktion. Die jetzt noch betriebene Herstellung von 200-Millimeter-Wafern werde auslaufen, erläuterte Deppe. Er begründete die Investition mit weltweit steigender Nachfrage. Die Investition sei auch Ausdruck des Vertrauens in den Standort Dresden. Die AMD-Mitarbeiter würden bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein an vorderster Front der weltweiten Technologieentwicklung tätig sein.

"Wir wollen in zehn Jahren die Marktführerschaft"

Der auch für den Aufbau der neuen Länder verantwortliche Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bezeichnete AMD als den führenden Investor in Ostdeutschland. Deutschland stehe mit den USA und Asien in einem sehr harten Wettbewerb. "Wir wollen in zehn Jahren wieder die Marktführerschaft übernehmen", sagte der SPD-Politiker. Derzeit sei man noch weit davon entfernt. Gerade in den neuen Bundesländern gebe es hoch qualifizierte Arbeitsplätze und gute Voraussetzungen, um Investitionen zügig umsetzen zu können.

Dresden biete ideale Voraussetzungen, damit Wissenschaft und Industrie miteinander in Verbindung treten könnten, sagte Tiefensee. Er kündigte zugleich für den 11. Juli eine Konferenz von US-Investoren aus Ostdeutschland in Dresden an. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministers Thomas Jurk sind bereits rund 20.000 Arbeitsplätze in Dresden direkt oder indirekt durch die Mikroelektronik entstanden.

Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt sprach von ersten Schritten in Richtung eines selbsttragenden Aufschwungs. Tiefensee sagte, dass Dresden und Leipzig Regionen seien, die sich den wirtschaftlich schwachen westdeutschen Ländern annäherten. Von einem Gleichklang könne aber noch keine Rede sein. Tiefensee: "Deshalb brauchen wir noch die Förderung."

Ein Teil der Milliarden-Investition wird durch EU-Fördergelder und durch die Investitionszulage des Bundes abgedeckt. Wie hoch die Subventionen sind, wurde allerdings nicht bekannt gegeben.

Durch die Investitionen sollen bei dem Unternehmen 15 Prozent mehr Arbeitsplätze entstehen. AMD beschäftigt bereits jetzt rund 2800 Mitarbeiter in Dresden.

ap, dpa, ddp, rtr

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