Vodafone 6000 Arbeitsplätze in Gefahr

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone wird am Dienstag voraussichtlich tiefrote Geschäftszahlen vorlegen. Um die Rückkehr in die Gewinnzone zu schaffen, will der Netzbetreiber europaweit offenbar rund 6000 Arbeitsplätze streichen.

London - Vodafone  wird am Dienstag die Geschäftszahlen des Jahres 2005/06 sowie die neue Konzernstrategie bekannt geben und könnte dabei auch den Abbau von 6000 Arbeitsplätzen in Europa verkünden, berichtet die Zeitung "Sunday Telegraph" ohne Angabe von Quellen. Dies wären rund 10 Prozent der gesamten Stellen des Konzerns.

Vor einigen Monaten hatte Sarin bereits angekündigt, dass die Kosten in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien wegen der zunehmenden Sättigung der Handymärkte sinken müssten. Der Netzbetreiber wollte sich bisher zu den Spekulationen nicht äußern.

Laut der "Financial Times" will Vodafone strategisch künftig den Fokus auf organisches Wachstum legen. Die Geschwindigkeit von neuen Zukäufen werde sich zum einen verlangsamen und zudem gehe es künftig vor allem darum, den Anteil an Minderheitsbeteiligungen hoch zu fahren. Dem Vernehmen nach wird der seit 2003 amtierende Vorstandschef Arun Sarin dabei künftig neben Mobilfunk das Festnetz in den Mittelpunkt rücken.

Umsatz und operativer Gewinn drastisch gesunken

Bei der Vorlage der Zahlen wird Sarin auch zur weiteren Vorgehensweise in den Vereinigten Staaten gefragt werden. Der amerikanische Telefonkonzern Verizon  will die 45-prozentige Beteiligung von Vodafone an dem Mobilfunkkonzern Verizon Wireless erwerben, was Sarin bisher allerdings öffentlich abgelehnt hatte. Dem Vernehmen nach laufen die Verkaufsverhandlungen aber bereits. Bis zum Dienstag sei allerdings nicht mit einem Geschäftsanschluss zu rechnen, hieß es in unternehmensnahen Kreisen.

Nach dem Verkauf der japanischen Tochter rechnen Experten mit einem Ergebnisrückgang im vergangenen Geschäftsjahr, der durch den harten Wettbewerb in Europa beschleunigt wurde. Der operative Gewinn (Ebitda) vor Sonderposten ist nach Einschätzung von Analysten auf 11,5 bis 11,6 Milliarden britische Pfund (etwa 113 Milliarden Euro) zurückgegangen. Ein Jahr zuvor waren es noch 13,04 Milliarden Pfund.

Das ist zwar immer noch ein imposantes Ebitda, aber da die Abschreibungen des britischen Mobilfunkers voraussichtlich noch höher als der operative Gewinn ausfallen, bleibt nach Expertenmeinung unter dem Strich ein dickes Minus.

Beim Umsatz rechnen die Experten mit 29,1 bis 29,3 Milliarden Pfund nach 34,1 Milliarden Pfund im Vorjahr. Beim Gewinn pro Aktie ohne Sonderposten erwarten sie 9,90 Pence nach 10,41 Pence.

dpa

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