SAP/Oracle Laus im Pelz

Der Kampf zwischen SAP und Oracle geht in die nächste Runde. Um den Gegner im lukrativen Supportbereich zu treffen, bietet der Walldorfer Konzern bestimmten Oracle-Kunden Serviceleistungen demnächst 50 Prozent günstiger an.

Brüssel - Der Softwarekonzern SAP  will einem Pressebericht zufolge seinem US-Konkurrenten Oracle  in einem neuen Vorstoß Kunden abspenstig machen.

Das Walldorfer Unternehmen wolle für weitere Oracle-Produkte deutlich günstigere Kundendienstverträge anbieten als Oracle selbst, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner aktuellen Ausgabe. Die Initiative ziele auf Benutzer von Anwendungen des Softwareherstellers Siebel Systems , der von Oracle übernommen worden war.

Das Angebot erfolge über die US-Tochter von SAP, TomorrowNow, und solle am kommenden Montag bekannt gegeben werden, hieß es in dem Bericht weiter. Geplant sei, den Preis für Oracle-Kundendienste um 50 Prozent zu unterbieten. TomorrowNow gehöre zu einer Gruppe junger Unternehmen, die davon profitierten, dass viele Oracle-Kunden mit ihrer älteren Software-Version zufrieden sind und den Übergang zu aktualisierten Versionen nicht mitmachen wollten. Diesen würden dann Service-Verträge angeboten.

Gegenüber dem "Wall Street Journal" relativierte Jürgen Rottler, Leiter des Support-Bereiches bei Oracle, die Attacke von SAP. TomorrowNow würde nur eine Nische besetzen, so Rottler.

Sollte die SAP-Tochter allerdings erfolgreich sein, könnte das Oracle empfindlich treffen. Bisher erwirtschaftet der Konzern von Larry Elison 50 Prozent seines Umsatzes mit dem Support. Ein SAP-Sprecher wollte den Bericht des "Wall Street Journal" gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren.

Oracle-Aktien  verloren am Freitag 1 Prozent auf 13,77 Dollar, SAP-Aktien notierten knapp behauptet bei 169 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx