T-Mobile/Telering Zwei Karpfen, ein Hecht

Nach monatelangem Tauziehen haben die Brüsseler Wettbewerbshüter der Telekom-Tochter T-Mobile endlich grünes Licht für die milliardenschwere Übernahme der österreichischen Konkurrentin Telering gegeben. Damit das Geschäft zustande kommt, muss die Telekom allerdings strenge Auflagen erfüllen.

Brüssel - Die Deutsche Telekom  muss für die Übernahme des österreichischen Mobilfunkunternehmens Telering einige UMTS-Frequenzen verkaufen.

Die EU-Kommission genehmigte am Mittwoch in Brüssel die geplante Übernahme für 1,3 Milliarden Euro. Sie knüpfte die Genehmigung aber an die Bedingung, dass T-Mobile Austria zwei UMTS-Frequenzblöcke in Österreich an kleinere Konkurrenten verkauft, um den Druck für sinkende Preise aufrecht zu erhalten.

Mindestens ein Frequenzblock solle dabei an Hutchison 3G gehen. Ein Rahmenvertrag zwischen beiden Unternehmen sei bereits unterschrieben.

Die Kommission erklärte, Hutchison  werde wahrscheinlich mit niedrigen Tarifen versuchen, Kunden zu gewinnen. Damit sei gesichert, dass der Wettbewerb auch nach der Übernahme der besonders günstigen Telering durch die T-Mobile gesichert.

Telering und T-Mobile kommen nach Unternehmensangaben auf einen Marktanteil von 37 Prozent in Österreich. T-Mobile-Chef Rene Obermann erklärte, mit der Übernahme "entsteht ein schlagkräftiges Unternehmen mit dem Potenzial zur Nummer 1". Beide Unternehmen würden nun schnell zusammen geführt.

T-Mobile werde die Auflagen erfüllen, hieß es bei der Konzernmutter in Bonn. "Die Gespräche sind aber noch nicht abgeschlossen", sagte ein Sprecher. Der Erwerb von Telering ist Teil der Telekom-Strategie, ihr Mobilfunkgeschäft in Mittel- und Osteuropa auszubauen. Bereits vor sieben Jahren hatten die Bonner den österreichischen Anbieter Maxmobil vollständig übernommen.

Zusammen mit Telering sind die Deutschen dem Marktführer Mobilkom Austria mit seinem Netz A1 dicht auf den Fersen. T-Mobile Austria und Mobilkom Austria kontrollieren zusammen mehr als drei Viertel des Marktes.

Der drittgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber One betrachtete die weitere Konzentration auf dem hart umkämpften Markt der Alpenrepublik mit Argusaugen. "Der österreichische Mobilfunkmarkt besteht jetzt aus zwei Karpfen und uns als Hecht, der aufpassen wird, dass die Karpfen nicht zu fett und dominant werden", sagte One-Chef Jorgen Bang-Jensen. One wolle darauf achten, dass die beiden "Marktbeherrscher ihre Vormachtstellung nicht ausnutzen".

manager-magazin.de mit Material von rtr und dpa

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