Premiere Hackmann verweigert Fußball-Kompromiss

Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sträubt sich gegen die Wiederauferstehung von Premiere-Ligafußball über das Internet. "Den bisherigen Premiere-Bundesliga-Kanal wird es nicht mehr geben", sagte Werner Hackmann. Damit wies der Liga-Präsident auch die Telekom, die mit Premiere verhandelt, in ihre Schranken.

München - Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass Premiere  die Deutsche Telekom , die die Internet-Rechte an der Fußball-Bundesliga besitzt, als Dienstleister redaktionell unterstützt, sagte Hackmann in einem Interview mit der Zeitung "Bild".

Eine Ausstrahlung des Internet-Fernsehens über Satellit in Zusammenarbeit mit Premiere nannte der Liga-Präsident "nicht akzeptabel". Die Liga dulde nicht, dass der Pay-TV-Partner Arena geschwächt werde. Hackmann sagte in dem Interview mit der "Bild" auch, dass die DFL keinen Rechtsstreit mit der Telekom wolle. Alle Beteiligten befänden sich in guten Gesprächen. Hackmann rechnet damit, dass bei der aktuell unübersichtlichen Lage bis 30. April Klarheit herrscht. "Dann muss die Telekom ihr endgültiges Konzept vorlegen."

Der Liga-Präsident äußerte seine Zuversicht, dass spätestens am 30. April Klarheit herrschen werde, wenn die Telekom ihr endgültiges Konzept vorliegen müsse. "Im Extremfall könnte die Telekom die Internet-Rechte" an der Bundesliga "wieder verlieren", sagte Hackmann.

Ein Premiere-Sprecher sagte, der Bezahlfernsehsender befände sich in guten Gesprächen mit der Telekom. Ein Sprecher des Telekommunikationskonzerns hatte in der zurückliegenden Woche bestätigt, dass Premiere der Wunsch-Kooperationspartner der Telekom sei. Der Konzern muss bei seinem Bundesliga-Angebot mit einem TV-Sender zusammenarbeiten, weil er aufgrund seines Staatsanteils keine Sendelizenz bekommen würde, die auch für Internet-Fernsehen erforderlich ist.

"Keine Schuld bei der DFL"

Im vergangenen Dezember hatte Arena, eine hundertprozentige Tochter des Kabelnetzbetreibers Unity Media, die Pay-TV-Rechte an der Bundesliga für geschätzt knapp 240 Millionen Euro pro Saison erworben. Die Telekom zahlt für die Internet-Rechte geschätzt 50 Millionen Euro pro Spielzeit.

Der Sender Premiere, der bis zum Saisonende die Bundesliga zeigt, war bei der Rechtevergabe für die kommenden drei Spielzeiten leer ausgegangen. Der Marktwert des Bezahlsenders, der 2005 den größten Börsengang des Jahres hingelegt hatte, sank innerhalb weniger Minuten um rund 60 Prozent oder 1,6 Milliarden Euro auf rund 1,1 Milliarden Euro. Die im MDax  notierte Aktie konnte sich seitdem nicht mehr von diesem Kursverlust erholen.

Premiere-Chef Georg Kofler kündigt seitdem immer wieder an, dass er für seine Abonnenten bis Mitte Mai eine Lösung finden will, wie sie auch in der Zukunft Bundesliga sehen können. Nach Informationen aus Branchenkreisen verhandelt Premiere derzeit mit der Deutschen Telekom über die Produktion eines eigenen Bundesliga-Formats im Internet.

Das Breitband-Internetangebot (V-DSL) der Deutschen Telekom, das zunächst im Juni in zehn Großstädten startet, ermöglicht eine Live-Übertragung in Fernseh-Qualität. Laut Medienberichten darf die Telekom der Ausschreibung zufolge die Spiele aber etwa auch auf Fernsehgeräten oder Großbildleinwänden zeigen, so lange die Bilder technisch über das Internet-Protokoll (IP) übertragen werden.

Hackmann bekräftigte, dass der Liga-Verband keine Fehler bei der Ausschreibung gemacht habe: "Ich kann bei der DFL keine Schuld erkennen."

manager-magazin.de mit Material von vwd, dpa und rtr

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