Blackberry Microsoft kann Beeren pflücken

E-Mail-Kontakt unterwegs, das war bisher die Domäne der Blackberrys. Die Geräte mit dem fruchtigen Namen haben sich zu Rennern entwickelt. Doch nun drängt Microsoft mit Macht auf diesen Markt und kann den ersten Etappensieg vorweisen.

Redmond - Microsoft hat für sein Handy-Betriebssystem Windows Mobile 5 einen Großauftrag an Land gezogen und fordert damit den Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) heraus.

Der Software-Konzern werde den Vertrag mit der US-Bundesbehörde für Bevölkerungsstatistik für die Ausstattung von 500.000 Geräten am Mittwoch bekannt geben, meldete die der Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das Unternehmen. Windows Mobile 5 zeichnet sich unter anderem durch die Möglichkeit aus, E-Mails direkt auf das Handy durchzuleiten, bisher eine Domäne des Blackberry-Dienstes.

"Bislang hatte Blackberry den Markt für sich allein", sagte Microsoft-Manager Pieter Knook der Agentur. "Die Landschaft hat sich jetzt verändert." Besonders in Behörden, Institutionen und großen Unternehmen hatte bislang RIM seinen mobilen Blackberry platzieren können. Das Gerät war lange Zeit das einzige, das über eine besondere Technologie automatisch E-Mails empfangen und senden konnte.

Windows kann jetzt auch pushen

Im Frühjahr 2005 hatte Microsoft dann sein Betriebssystem Windows Mobile 5 vorgestellt, das unter anderem ebenfalls den E-Mail-Dienst über die so genannte Push-Technologie unterstützt. Inzwischen bietet eine ganze Reihe von Herstellern Geräte mit Microsofts Betriebssystem an, darunter Motorola, Hewlett-Packard, Fujitsu-Siemens und sogar der Rivale und Taschen-PC-Pionier Palm.

Finanzielle Einzelheiten des neuen Microsoft-Vertrags wurden nicht genannt. Microsoft erwarte innerhalb von drei Jahren einen Umsatz von einer Milliarde Dollar mit Windows-Mobile-Geräten gegenüber 337 Millionen Dollar im vergangenen Jahr, hieß es. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmen IDC könnte der Software-Riese den Absatz der Geräte jeweils in jedem der beiden kommenden Jahre verdoppeln.

Allerdings käme Microsoft damit auf lediglich 13 Prozent des Marktes für Geschäfts- und Endkunden. RIM, sagte IDC-Analyst Kevin Burden, biete mit seinem Blackberry noch immer die Unternehmenslösung, an der sich andere messen müssten.

Gute Nachrichten kann der Redmonder Softwarekonzern gut gebrauchen. Gerade steht das Unternehmen in der Kritik, weil sich der   Erscheinungstermin für das neue Betriebssystem Windows Vista erneut verzögert hat. Außerdem drohen die kartellrechtlichen Probleme mit der EU in eine neue Runde zu gehen.

dpa

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