Google Teilsieg über das US-Justizministerium

Google hütet seine Daten wie ein Staatsgeheimnis. Auch als das US-Justizministerium Begehrlichkeiten anmeldete, blieb das Unternehmen standhaft - ganz im Gegensatz zu MSN und Yahoo. Jetzt will ein Richter Google zur Herausgabe von Daten zwingen. Es werden aber wesentlich weniger sein, als das Ministerium gefordert hat.

San José - Ein Bundesbezirksrichter in Kalifornien will die Internet-Suchmaschine Google  zur Herausgabe tausender Nutzerdaten an das US-Justizministeriums zwingen. Eine entsprechende Anordnung kündigte Richter James Ware am Dienstag im kalifornischen San Jose an. Das schriftliche Urteil werde in Kürze vorliegen.

Gleichzeitig kündigte Ware eine Einschränkung der ursprünglichen Forderung des Ministeriums an. Suchmaschinen und andere große Datenverwalter dürften nicht zur Überwachung der Bürger missbraucht werden, so der Richter. Die Privatsphäre der Nutzer dürfte nicht angetastet werden, so Ware weiter.

Ursprünglich hatte das Justizministerium die kompletten Suchanfragen einer kürzlich zurückliegenden Woche sowie einen Auszug aus der Google-Datenbank mit 50.000 Adressen gefordert. Google  hatte das Ansinnen bisher unter Verweis auf den Datenschutz abgelehnt. Google argumentiert, die geforderten Datensätze würden Informationen über die Gewohnheiten seiner Nutzer insgesamt hergeben. Außerdem fürchtet das Unternehmen um seine Firmengeheimnisse - der Konzern verweigert grundsätzlich Angaben zur Größe seiner Datenbank.

Vor dem Hintergrund des anstehenden Urteils sagte Ministeriumssprecher Joel McElvain, dass stattt der kompletten Suchergebnisse einer Woche nur noch 5.000 Suchergebnisse gefordert werden. Außerdem sollen von den 50.000 Webadressen nur 10.000 ausgewertet werden.

Das Justizministerium will mit den Daten die Nutzung von Suchmaschinen simulieren, um zu beweisen, dass bestehende Filtertechniken nicht ausreichten, um Kinder vor Pornografie und anderen anstößigen Web-Inhalten zu schützen. Die Regierung verweist darauf, dass es sich bei den angeforderten Daten nicht um personalisierbare Informationen handele - etwa darüber, welcher Internetnutzer welche Anfragen gestellt hat.

Wegen der Ankündigung, den Forderungen des Justizministeriums nicht im vollen Umfang stattzugeben, stiegen die Google-Aktien im Verlauf des gestrigen Handelstages um rund drei Prozent auf gut 350 Dollar. Analysten waren bisher davon ausgegangen, dass Google den Forderungen bedingungslos nachkommen müsse.

Von allen anderen Suchmaschinen-Betreibern in den USA hat die Regierung die geforderten Daten erhalten, etwa von Yahoo  und MSN (Microsoft ).

manager-magazin.de mit Material von ap, rtr, dpa

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