Speicher Wo die wilden Daten wohnen

Immer kleinere Medien - egal ob Flash oder Festplatte - schreiben, lesen und speichern immer schneller immer größere Datenmengen. Ohne die winzigen Datenriegel könnten Handys nicht, was Handys können, und Laptop-Nutzer wären verloren. Die neuesten Entwicklungen und ihre Anwendungen werden auf der Cebit präsentiert.
Von Karsten Langer

Hamburg - Die Entwicklung der Speichertechnik kommt mit Riesenschritten voran. Ob sichtbar oder unsichtbar - überall arbeiten Flash-Speicher oder Festplatten im Hintergrund, sei es als Zwischenlager beim Verpacken oder Lesen von Datenpaketen, als Aufbewahrungsort für MP3-Dateien, Bilder oder als Datenbank für Programme und Dokumente.

SD-Flash-Speicherkarten sind unterdessen kleiner als die winzigen Tasten auf den Mobiltelefonen und wiegen weniger als eine Briefmarke. In Handys sind die Bauteile so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum mehr auszumachen sind. Trotzdem haben die Datenträger ein Fassungsvermögen von bis zu vier Gigabyte - zigmal mehr als Laptop-Festplatten noch vor wenigen Jahren.

Und das ist noch längst nicht alles. Schon in wenigen Jahren sollen die Datenriegel die magische Grenze von zehn Gigabyte Fassungsvermögen übersprungen haben. Die Speicherwunder sind sogar in der Lage, komplette Programme zu speichern. In naher Zukunft soll es für die Datenriegel ein offenes Windows-Betriebssystem geben - der Laptop der Zukunft braucht also nicht mehr als eine Tastatur, einen Monitor und die passenden Schnittstellen.

Ken Castle, Produktmanager bei Sandisk, dem größten Flash-Speicherhersteller der Welt, skizziert gegenüber manager-magazin.de die Entwicklung des winzigen Speichermediums: "Der Siegeszug der Flash-Speicher wird weitergehen", so Castle. Denn die winzigen Bauteile seien günstig in der Produktion, leicht und außerdem unabhängig von permanenter Stromzufuhr. Auch wenn kein Strom fließt, bleiben die Daten erhalten.

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Der Supermarkt von morgen
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In Kooperation mit anderen amerikanischen IT-Entwicklern hat Sandisk das Unternehmen U3 ins Leben gerufen. U3 fördert die Entwicklung von Programmen, die sich auf Flash-SD-Karten speichern lassen. Mit einem USB-Anschluss versehen, funktionieren die Karten wie eine externe Festplatte. Wird der Stick in den USB-Port geschoben, erkennt der Rechner Programm und Daten.

Neben einem Browser und einem Messenger soll es in naher Zukunft eine Open-Office-Version geben. "Das Paket wird nicht von Microsoft kommen, aber ein Textverarbeitungs-, Präsentations- und Kalkulationsprogramm beinhalten", sagt Casle. Etwa ein halbes Gigabite Speicherplatz soll das Programmpaket auf dem USB-Stick belegen.

Welche konkreten Veränderungen die Weiterentwicklung der Speichertechnik nach sich zieht, können Cebit-Besucher auch im Metro-Future-Store begutachten. Dort demonstriert der Handelskonzern Metro , welche Folgen die konsequente Anwendung der RFID-Technik haben könnte. RFID-Chips senden über kurze Entfernungen Warendaten an Lesegeräte.

So können Warenströme lückenlos dokumentiert und analysiert werden. Gehen Kunden in einem mit RFID-Chips ausgestatteten Laden einkaufen, montieren sie sich ein Informationsmodul auf den Griff des Einkaufswagens. Der Minirechner informiert bei Anfrage über Preis und Inhalt der Waren und kann weitere Zusatzauskünfte geben. Kassierer sind in einem RFID-Supermarkt überflüssig: Der Einkauf wird einfach über das Band geschoben, die Freigabe erfolgt nach Zahlung.

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