Cebit-Trends Handys für alle Lebenslagen

Eins ist auf der Cebit klar erkennbar: Der Trend, ein Handy mit immer mehr Funktionen auszustatten, kehrt sich wieder um. Spezialisten sind gefragt, statt Allroundtalente, die von jedem nur ein bisschen können.

Hannover - Die großen Handyhersteller setzen im Kampf um Marktanteile angesichts enger Märkte in Europa und den USA auf Luxus und technische Spielereien. Multimedia, Konvergenz und edle Optik heißen die Zauberwörter auf der diesjährigen Cebit in Hannover.

Doch der Trend zu mobilen Alleskönnern scheint abzuebben. Die Hersteller bewegen sich mehr in Richtung speziell auf die Kundenwünsche zugeschnittener Geräte: MP3-Player für Musikfans, Mini-Tastatur, Organizer und schneller Internetzugang für Berufstätige und große Displays fürs Fernsehen unterwegs. Großer Wert wird dabei aber nicht nur auf die Funktionen gelegt, sondern auch auf Design und Materialien.

"Deutschland ist ein sehr heterogener Markt. Deshalb fahren wird die Politik, Handys für alle Lebenslagen und in allen Preisklassen liefern zu können", sagt beispielsweise Eva Heller vom Branchenführer Nokia . Die Geräte der neuen N-Serie kämen bereits dem Trend zu edlen Materialen und speziellen Funktionen entgegen.

Handys im Zeichen der WM: Motorola ermöglicht TV to Go

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Umbaumaßnahmen: Mit GPS und der neuen Displayanzeige OLED versucht BenQ die ehemaligen Siemens-Handys wieder auf Vordermann zu bringen

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Mobile Alleskönner: Selbs Computerspiele sind auf den neuen Handys möglich

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Neue Blackberry-Auskopplung: Mit dem Blackberry 8700 kann man telefonieren, E-Mails empfangen, Termine verwalten und Fernsehen

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Handy und MP3-Player in einem: Das Nokia N91 verfügt über eine vier Gigabyte große Festplatte

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Nokia N92: Der mobile Handy-Fernseher

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Die Handytrends 2006
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Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres will Nokia zum Beispiel das Fernsehhandy N92 auf den Markt bringen. Über den digitalen Standard DVB-H sollen die Nutzer damit Nachrichten, Fußball oder Serien schauen können.

Doch auch ein anderer Trend ist erkennbar: Die Preise steigen wieder. Mobiltelefone der neuen Serie kosten zwischen 500 und 700 Euro. Für das Luxus-Modell 8800 muss der Kunde sogar 1000 Euro und mehr auf den Tisch legen.

Handys aus Edelstahl

Handys aus Edelstahl

Auch beim neu geschmiedeten Hersteller BenQ-Siemens ist die Billigschiene nicht mehr gefragt. Die ehemalige Siemens-Handysparte, zuvor wegen ihrer Modellpolitik und Softwareproblemen unter Druck, setzt unter der Leitung der neuen Mutter auf Aluminium, Edelstahl gebürstet und aufwändige Displays. Die Nachfrage nach diesen neuen Modellen entwickele sich sehr gut, sagt BenQ-Siemens- Chef Clemens Joos. "Ich bin sehr zufrieden mit den Bestellungen."

Doch nicht nur Oberfläche, auch die Form spielt eine Rolle. Bestes Beispiel dafür ist der US-Handyhersteller Motorola , nach Nokia der zweitgrößte Hersteller. Mit dem Klapphandy Razr hatten die Amerikaner im Schlussquartal 2005 das meistverkaufte Modell auf den Markt gebracht und damit dem Platzhirsch aus Finnland Marktanteile abgejagt.

Mit dem Modell SLVR will Motorola nachlegen und Nokia im wichtigsten Segment der klassischen Handys, den so genannten Candybars angreifen. Motorola Deutschland-Chef Norbert Quinkert sieht sein Konzept aufgehen. "Bei den Candybars punkten wir gegenüber Nokia."

"Jede Menge Funktionen reichen nicht mehr"

Axel Kettenring, General Manager bei Sony Ericsson Deutschland, glaubt an aufwändige Kamera- und vor allem Musikhandys. "Der Trend geht eindeutig zur Musik", sagt er. Klassische Mobiltelefone mit den Grundfunktionen Telefonie, SMS, Telefonbuch und einfacher Kamera dominierten zwar nach wie vor den Markt, spezielle Endgeräte für spezielle Bedürfnisse seien aber im Kommen. "Es reicht nicht mehr, einfach nur jede Menge Funktionen in ein Gerät zu packen."

So sei zum Beispiel für das dritte Quartal eine Neuauflage des Walkman-Handys mit einer Speicherkapazität von vier Gigabyte geplant. Das aktuelle Modell habe sich seit Mitte August bereits mehr als drei Millionen Mal verkauft. Bei allen technischen Spielereien gelte aber eine Grundregel, sagt Kettenring: "Das Gerät muss weiterhin als Telefon erkennbar sein."

Michael Friedrich, dpa

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