T-Mobile Blitzstart, Fußball, fallende Preise

Die profitabelste Telekom-Tochter hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Schon zur Cebit soll die schnelle UMTS-Technik HSDPA gestartet werden, Fußball-WM-Spiele gibt es für das Handy. Gleichzeitig sinken die Preise: "Ich rechne in diesem Jahr mit einer Preissenkung von bis zu 20 Prozent", sagte T-Mobile-Chef René Obermann.

Hannover - Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile beschleunigt zur Cebit am Donnerstag sein UMTS-Netz deutlich. Mithilfe der Netzerweiterung HSDPA stünden den Nutzern damit Bandbreiten von bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung, sagte T-Mobile-Chef René Obermann. "Das ist eine echte Revolution", so Obermann weiter.

HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) ist eine Weiterentwicklung des so genannten UMTS-Standards und ermöglicht in Mobilfunknetzen eine Datenübertragung auf dem Geschwindigkeitsniveau von DSL-Leitungen im Festnetz.

Das Messegelände und die Stadt Hannover seien bereits mit der neuen Technik versorgt. Datenkarten, die T-Mobile seit September verkauft habe, würden automatisch für HSDPA aktualisiert, ohne dass der Nutzer das merke. Für die kommenden zwei Jahre plane T-Mobile einen Ausbau zunächst auf drei und dann auf sieben Mbit/s.

Partner für den Aufbau der HSDPA-Netze ist Nokia . Der finnische Mobilfunkkonzern wird die T-Mobile-Netze in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden aufrüsten. Nokia habe einen entsprechenden Auftrag von T-Mobile erhalten, teilte das Unternehmen am Dienstag in Helsinki mit.

Nutzen möchte die Telekom-Tochter die höhere Bandbreite unter anderem für die Übertragung exklusiver Inhalte auf Handys. T-Mobile werde voraussichtlich der einzige Anbieter sein, der 20 Spiele der Fußball-WM live auf das Handy überträgt, sagte Obermann.

Um die Spiele zeigen zu können, schloss die Telekom-Tochter eine Vereinbarung mit der Vermarktungsgesellschaft Infront. Auch Premiere  ist wieder im Spiel. In Kooperation mit dem Bezahlsender soll es Zusammenfassungen aller 64 Begegnungen nach Spielende geben. Darüber hinaus würden auch in Zukunft Konzerte über den Mobilfunk übertragen.

Gleichzeitig nutzt T-Mobile HSDPA, um das Festnetzersatz-Angebot T-Mobile@home weiter auszubauen. Zusätzlich zum Telefonieren könnten Kunden nun auch zu Hause per Mobilfunk im Internet surfen, sagte Obermann. Dazu biete T-Mobile einen Datentarif zum Preis von 35 Euro plus 1 Euro pro Nutzungstag. Ein solches kombiniertes Mobilfunk-Festnetz-Produkt hat der Konkurrent o2 Germany bereits seit einigen Jahren auf dem Markt, und auch Vodafone  hat ein ähnliches Angebot.

"An fallenden Preisen führt kein Weg vorbei"

"An fallenden Preisen führt kein Weg vorbei"

Für eine bessere Netzversorgung baut T-Mobile das eigene Mobilfunknetz auch in diesem Jahr weiter aus. Allein in den Ausbau des UMTS-Netzes investiere T-Mobile in den europäischen Ländern rund eine halbe Milliarden Euro, sagte Obermann. In Deutschland würden 2006 rund 2400 neue UMTS-Sendemasten aufgebaut sowie 1200 Antennen für den herkömmlichen GSM-Mobilfunk.

Für Gebiete, die noch nicht mit UMTS versorgt sind, bietet T-Mobile nun auch die GSM-Erweiterung EDGE an. Der Übertragungsstandard ermöglicht nach Angaben Obermanns Datenraten von 200 Kilobit pro Sekunde. Nutzen kann man dieses Netz allerdings nur mit Handys oder Datenkarten, die den Dienst auch unterstützen.

Für das laufende Jahr prognostiziert Obermann einem beschleunigten Preisrückgang in der Branche. "Ich rechne in diesem Jahr mit einer Preissenkung von bis zu 20 Prozent, je nachdem wie die Dynamik der Billiganbieter weiter geht", sagte der T-Mobile-Chef. Bereits 2005 waren die Preise im Mobilfunk um rund zehn Prozent gesunken, vor allem durch das Auftreten von Billiganbietern am Markt wie Simyo, die einen Preiswettbewerb entfachten.

Schon gestern hatte der Deutschlandchef von T-Mobile, Philipp Humm, die neue Preisstrategie des Mobilfunkkonzerns umrissen: "An fallenden Preisen führt auch künftig kein Weg vorbei", sagte Humm in einer Telefonkonferenz. "Wir sind davon überzeugt, dass sinnvoll abgesenkte Preise beziehungsweise intelligent geschnürte Tarifpakete letztendlich dafür sorgen werden, dass die Kunden unsere Services mehr nutzen als bisher." Allerdings habe die Entwicklung in anderen Ländern gezeigt, dass es zwischen Preisreduzierungen und steigender Nutzung einen gewissen zeitlichen Verzug gebe.

T-Mobile hatte ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt, um finanziellen Spielraum für Preissenkungen zu gewinnen und auf den härter werdenden Wettbewerb am Mobilfunkmarkt zu reagieren, der vor allem durch das Aufkommen von Billiganbietern an Schärfe gewann. T-Mobile stellte den neuen Konkurrenten wie Simply oder Klarmobil Netzkapazitäten zur Verfügung, verzichtete aber auf eine eigene Niedrigpreis-Marke.

manager-magazin.de mit Material von rtr, ap, dpa, vwd

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