LCD-Fernseher Größer, besser, teurer

Der Branche Freud, des Kunden Leid: Weil die Nachfrage nach Flachbildfernsehern weiter wächst, sinken die Preise kaum noch. Die Hersteller genießen den Boom, denn nur zwei Unternehmen dominieren den Markt.

Hamburg - Vor einem Jahr sind die Preise für Fernsehgeräte mit Flachbildschirm kräftig gesunken. Inzwischen aber können die Verbraucher kaum noch mit weiteren Preisrückgängen rechnen, weil die Nachfrage die Produktion von LCD-Bildschirmen weiter übersteigt.

Auf der Cebit rechnen die Hersteller mit einem regen Interesse vor allem wegen der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Nachdem im vergangenen Jahr weltweit 20 Millionen LCD-Fernseher verkauft wurden, wird in diesem Jahr ein Absatz von 36 Millionen Geräten erwartet.

"Die Cebit ist wegen der WM äußerst wichtig für uns", sagt der Europachef des japanischen Herstellers Sharp , Hans Kleis. "Wir werden noch größere LCD-Fernseher und weitere Fortschritte bei der Qualität erleben."

Das Spitzenmodell von Sharp ist ein TV-Gerät der Modellreihe Aquos mit einer Bildschirmdiagonalen von 1,65 Metern. "Dies ist wahrscheinlich der größte LCD-Fernseher, der von den Verbrauchern noch angenommen wird", sagt Kleis.

Plasma-Display von Panasonic: Die Bildschirme der 8er-Serie bieten nach Herstellerangaben gute Tageslichtkontrastwerte, 4.096 Graustufen über DVI und besitzen hervorragende Helligkeitswerte am Markt

Plasma-Display von Panasonic: Die Bildschirme der 8er-Serie bieten nach Herstellerangaben gute Tageslichtkontrastwerte, 4.096 Graustufen über DVI und besitzen hervorragende Helligkeitswerte am Markt

Standmodell: Flacher Plasma-Fernseher von Panasonic

Standmodell: Flacher Plasma-Fernseher von Panasonic

Marktführer: HDTV-Fernseher von Sharp

Marktführer: HDTV-Fernseher von Sharp

Foto: Sharp
Auch LCD-TV wächst: Lange Zeit galt eine Bildschirmdiagonale von 80 cm als Standard für große Fernseher. Das Modell Aquos LC-65GD1E von Sharp besitzt mit 65 Zoll eine Bildschirmdiagonale von 164 cm

Auch LCD-TV wächst: Lange Zeit galt eine Bildschirmdiagonale von 80 cm als Standard für große Fernseher. Das Modell Aquos LC-65GD1E von Sharp besitzt mit 65 Zoll eine Bildschirmdiagonale von 164 cm

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In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres seien die Preise für LCD-Fernseher um durchschnittlich 15 Prozent gesunken, sagt Kleis. Danach aber hätten sie sich auf dem ermäßigten Niveau stabilisiert, was zurzeit weitere andauere. Lediglich bei Plasmafernsehern mit einer Bildschirmdiagonalen von 1,27 Metern sei zurzeit noch ein Preisrückgang festzustellen.

Um die Produktion an die hohe Nachfrage anzupassen, will Sharp im Oktober ein neues Werk für LCD-Bildschirme in Betrieb nehmen: Im japanischen Kameyama 2 sollen LCD-Fernseher mit hoch auflösenden Panels von 1.920 mal 1.080 Pixel hergestellt werden, in Größen von 1,17 bis 1,65 Metern und weiter verbesserter Technik für die Bilddarstellung.

HDTV ermöglicht ein weitaus schärferes Fernsehbild als die Standardübertragung. Statt der üblichen 400.000 Bildpunkte (Pixel) zeigt der Bildschirm dann bis zu zwei Millionen an. Er sei gespannt auf die Reaktionen der Verbraucher zur Übertragung der WM-Spiele in HDTV, sagt Kleis. Er hoffe, dass dann auch die Sender verstärkt in die neue Technik investierten. "Zurzeit stellen wir einen Rennwagen her, der nicht schneller als 40 Stundenkilometer fahren darf." HDTV sei für alle Fernsehzuschauer interessant, die gern Spielfilme oder Sportübertragungen anschauten. Wer sich nur für die Nachrichtensendungen interessiere, brauche hingegen nicht unbedingt einen HDTV-geeigneten Fernseher.

Der meist verkaufte LCD-Fernseher bei Sharp hatte im vergangenen Jahr eine Größe von 80 Zentimetern - zu Preisen von rund 1.500 Euro. In diesem Jahr gehe der Trend verstärkt hin zu einer Bildschirmdiagonalen von 94 Zentimetern, sagt Kleis. Diese Geräte kosten etwa 2.000 Euro. Auch die Plasma-Technik habe ihre Zukunft, sagt Kleis.

Wegen des besseren Bildkontrasts und des geringeren Stromverbrauchs sei für Privathaushalte aber die LCD-Technik vorteilhafter. Bei einem LCD-Panel werden Farben und Helligkeitswerte von der Ausrichtung der Flüssigkristalle in den Pixel-Zellen bestimmt. Die Plasma-Technik nutzt hingegen unterschiedliche chemische Leuchtstoffe und deren elektrische Entladung. Sharp ist Weltmarktführer bei LCD-Fernsehern, während die Plasma-Technik von dem japanischen Unternehmen Matsushita mit der Marke Panasonic dominiert wird.

Peter Zschunke, ap

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