E-Plus Dem Festnetz Marktanteile abjagen

Der Mobilfunkbetreiber E-Plus will diverse neue Marken gründen. Mit Zusatzmarken ließen sich die Wünsche verschiedener Zielgruppen besser bedienen, sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks in einem Interview. Langfristig sollen immer mehr Kunden ganz vom Festnetz zum Handy wechseln.

Hamburg - "Wir planen weitere Zusatzmarken und Kooperationen", sagte E-Plus-Chef Dirks der "Financial Times Deutschland". Derzeit suche die holländische KPN-Tochter nach neuen Vermarktungspartnern. Das könnten auch Firmen ohne Verbindung zum Mobilfunk sein.

"Entscheidend ist, dass sie eine attraktive Verkaufsplattform haben", sagte Dirks. Im vergangenen Jahr hatte E-Plus mit dem Pauschalangebot Base, dem Billiganbieter Simyo und mit einer Kooperation mit Aldi bereits einen hitzigen Preiskampf gestartet. Im Zuge des erbitterten Preiskampfes wurde in den vergangenen zwölf Monaten das Telefonieren mit dem Handy um elf Prozent billiger, wie das Statistische Bundesamt ausrechnete.

Mit Zusatzmarken ließen sich die Wünsche verschiedener Zielgruppen besser bedienen, glaubt Dirks. Vodafone  und T-Mobile seien hier in der Zwickmühle: "Sie setzen auf eine Marke, die alles abdecken muss. Das wird dauerhaft zu einem Problem." Das gelte insbesondere für Vodafone. T-Mobile habe mit Klarmobil, Easymobile oder Simply immerhin schon andere Anbieter in seinem Netz zugelassen, auch wenn diese von anderen Firmen seien.

Ob das Konzept funktioniert ist zumindest zweifelhaft. 2005 hatte E-Plus 624.000 neue Kunden gewonnen, damit lag das Wachstum hinter den Konkurrenten zurück. Wie viele Kunden die im vergangenen Jahr gestarteten Marken im Einzelnen gewinnen konnte, verschweigt das Unternehmen laut "FTD": Insgesamt seien es mehr als eine Millionen gewesen, so das Unternehmen.

Nach Überzeugung des Firmen-Chefs wird sich in den nächsten Jahren im Mobilfunk jedoch das Telefonieren über feste Monatspauschalen durchsetzen. Die klassische Bezahlweise pro Minute habe ausgedient, glaubt Dirks. Zudem sei er überzeugt, dass das Wachstumspotential des Markts mit fast 80 Millionen Handykunden bald erschöpft sei - jetzt gehe es darum, die Kunden dazu zu bewegen, mehr mobil als über das Festnetz zu telefonieren.

manager-magazin mit Material von dpa

Mehr lesen über