Netznepp Gebrauchtwagenbetrug im Namen des ADAC

Internetbetrug macht auch vor dem größten Automobilclub Deutschlands nicht halt. Die neueste Masche: Schwindler bieten im Netz Gebrauchtwagen weit unter Listenpreis an und offerieren als Service eine gefälschte ADAC-Seite für die Kaufabwicklung. Überweist der Kunde den Kaufpreis auf das Treuhandkonto, ist er sein Geld los.

München - Der ADAC wehrt sich gegen Internetbetrüger, die mit dem Namen des Automobilclubs ahnungslose Gebrauchtwagenkäufer hereinlegen wollen. Die Methode, mit der die Betrüger operieren, ähnelt dem so genannten Phishing-System beim Onlinebanking. Dort werden Nutzer auf gefälschte Bankseiten gelockt, um dann ihre Geheimnummern und PIN-Nummern preiszugeben. Nun fälschen Gauner auch ADAC-Internetseiten, wie der Autoclub am Mittwoch mitteilte.

Die Betrüger bieten dabei in Internet-Gebrauchtwagenbörsen Fahrzeuge weit unter Listenpreis und den Käufern dabei eine Zahlungsabwicklung über einen angeblichen ADAC-Treuhandservice an. Die teils schlecht gefälschten und mitunter in miserablem Englisch verfassten Seiten mit Namen wie "adac-sicher.de" oder "adac-schutz.de" gaukeln den Kaufinteressenten vor, dass sie hier den Kaufpreis angeblich bei dem Automobilclub hinterlegen könnten.

"Der ADAC bietet einen solchen Treuhandservice gar nicht an", betonte Club-Verbraucheranwalt Ulrich May. "Es handelt sich um kopierte Seiten, die der Originalinternetseite des ADAC nachempfunden wurden." Die bisher bekannt gewordenen Seiten ließ der ADAC inzwischen sperren und erstattete Strafanzeige gegen unbekannt. Es sei aber wahrscheinlich, dass weitere Seiten dieser Art im Netz auftauchten, warnt der Club. Der ADAC rät Onlineautokäufern deshalb generell, keine Anzahlungen zu leisten und auf gar keinen Fall Geld ins Ausland zu transferieren.

"Größte Vorsicht ist auch angebracht, wenn Fahrzeuge angeblich weit unter dem tatsächlichen Listenpreis angeboten werden", fügte ADAC-Anwalt May hinzu.

manager-magazin.de mit Material von ap