MP3-Player iPod + Bose = HiFi-Anlage

Längst ist der iPod zu einer echten Alternative für die sperrige und oft hässliche HiFi-Anlage geworden. Denn neben tragbaren Aktivboxen und Equalizern bieten Hersteller unterdessen feste Stationen, an die der MP3-Player einfach angedockt wird. Selbst Handys lassen sich mit wenigen Handgriffen zu Mini-Anlagen verwandeln.

Stuttgart/Berlin - Im Bus, in der Fußgängerzone, auf der Joggingstrecke: Die Ohrstöpsel, die ihre Träger als Nutzer portabler MP3-Spieler ausweisen, scheinen überall zu sein.

Apples  iPod und seine Konkurrenten auf der einen und vergleichsweise einfache Player auf der anderen Seite sorgen für einen Dauer-Boom des Konzepts "Musik für unterwegs". Da ist es kein Wunder, dass inzwischen zahlreiche Hersteller Zubehör anbieten, die die Spieler aufwerten sollen: vom Kopfhörer bis zum T-Shirt mit eingebauter Steuerungsleiste.

Auch wenn ein Blick in Online-Shops oder Bestellkataloge anderes vermuten lässt: Nicht nur für den iPod gibt es Zusatzgeräte, sondern für mehr oder weniger alle MP3-Spieler, wie Herbert Noll, Technikexperte bei der Stiftung Warentest betont. "Für den iPod ist das Angebot aber schon am größten, denn man kann sich als Hersteller damit an dessen Kultstatus hängen", erläutert Christine Tantschinez von der Fachzeitschrift "Audio".

Etwas verwunderlich erscheint es, dass die wohl größte Gruppe unter den Zusatzgeräten die mobilen Player zu stationären macht: die kleinen Lautsprecherstationen. Betrieben werden sie entweder am Netz oder per Batterie. "Sie sind sehr gefragt, weil sie es zum Beispiel ermöglichen, eine kleine Anlage dabei zu haben, wenn man im Hotel, im Freibad oder auch beim Picknick ist", sagt Tantschinez.

Eine dieser Stationen, die für den iPod entwickelt wurden, ist das "Sounddock" von Bose. Wird der Spieler auf die gut zwei Kilo schwere Station gesteckt, gibt diese die gespeicherten Titel wieder und lädt den iPod zugleich auf. Herstellerangaben zufolge kostet das "SoundDock" 378 Euro. Ebenfalls für den Player von Apple konstruiert wurden zum Beispiel die Stationen aus der Serie "inMotion" von Altec Lansing.

Am Radio gespart

Am Radio gespart

Creative bietet für die eigenen MP3-Spieler eine Reihe von kleinen Lautsprecherstationen an. Dazu gehört das rund 150 Euro teure "Travel Dock" für den Zen Micro. Philips hat zum Beispiel das portable System "SBA290/00" im Programm. Dem Unternehmen zufolge ist es verwendbar "mit allen tragbaren Geräten der Unterhaltungselektronik".

Freilich lassen sich die kleinen Stationen auch zu Hause mit den verschiedenen MP3-Spielern koppeln. Eine echte Alternative zur Anlage im Wohnzimmer sind sie nach Ansicht der Experten aber nicht. "Man kann nicht erwarten, dass aus so kleinen Lautsprechern ein Klang wie aus einer großen Anlage kommt", sagt Christine Tantschinez. Deshalb seien sie eher für Nutzer geeignet, die auch im Schlafzimmer oder in der Küche nicht auf Musik verzichten wollen.

Herbert Noll von der Stiftung Warentest, der zwei der Stationen unter die Lupe genommen hat, kritisiert an diesen jedoch das Fehlen eines Radios: "Was nützt mir eine kleine Anlage in der Küche, wenn sie kein Radio hat?" Über ein Radio verfügt etwa das 450 Euro teure "iSongbook" von Tivoli Audio für den iPod. Eine weitere Alternative sind Geräte wie die "TuneStage" von Belkin, die den MP3-Spieler drahtlos mit Hilfe von Bluetooth mit der Anlage verbinden und damit sozusagen zur Fernbedienung machen.

Sinnvoll ist es laut Tantschinez, in einen der ebenfalls zahlreich angebotenen Kopfhörer zu investieren. "Der größte Schwachpunkt beim iPod ist der Kopfhörer, und auch Hersteller billigerer Player sparen daran." Selbst Firmen wie Sennheiser oder AKG - vor allem bekannt für ihre großen Studiokopfhörer - haben heute Modelle für MP3-Spieler im Angebot. "Aber schon ein Modell für 15 Euro ermöglicht einen besseren Klang." Wer mehr Geld übrig hat, kann etwa in einen kabellosen Hörer investieren, der via Bluetooth mit dem Player verbunden ist. "Gute Bluetooth-Kopfhörer kosten etwa 100 Euro."

Eher für Spezialisten gedacht sind dagegen Geräte wie der "iDJ". Auf das kleine Mischpult vom Hersteller Numark lassen sich zwei iPods stecken. Die auf den Playern gespeicherte Musik gelangt laut Produktmanager Claas Schneider über den jeweiligen Line-Ausgang auf den Mixer, mit dem sie ineinander gemischt werden oder überblendet werden können. "Klangveränderungen sind mit einem Equalizer möglich." Das Gerät kostet rund 300 Euro.

Experten sehen die technischen Möglichkeiten rund um MP3-Spieler noch nicht ausgeschöpft: "Weil der Markt weiter größer wird, werden sich die Zubehörhersteller weiter Gedanken machen", erläutert Christine Tantschinez. "Funk-Lösungen werden sicher ein Thema bleiben, und sicher wird auch jemand mit einer Kamerafunktion für den iPod Video ankommen - ich schließe nichts mehr aus."

Die besten MP3-Handys

Die besten MP3-Handys

Da sich MP3-Player unterdessen auch in Handys befinden, wächst auch hier der Markt für Zubehör. Vor allem die von den Herstellern mitgelieferten Kopfhörer überzeugen kaum, wie das Fachmagazin "connect" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Von zwölf getesteten aktuellen MP3-Handys lieferte mit der Standardausstattung keines einen wirklich guten Klang. Mit einem hochwertigen Kopfhörer oder an der heimischen HiFi-Anlage wurde aber zugleich deutlich, dass die besten Musik-Handys soundtechnisch durchaus mit MP3-Playern mithalten können.

Testsieger wurde dem Bericht nach das Sony Ericsson W800i, das ohne Kartenvertrag für rund 420 Euro im Handel erhältlich ist. Das Modell überzeuge durch seine einfache Handhabung und liefere einen guten Bass, einen homogenen Stimmbereich und weiträumige Höhen.

Dass die Musicplayer-Funktion nicht nur ein Zugabe-Feature ist, werde schon beim Einschalten deutlich. Der Nutzer habe die Wahl zwischen dem reinen Player-Betrieb und den vollen Gerätefunktionen. Zum Lieferumfang gehöre neben einem Datenkabel und einem Audio-Adapter für Nachrüst-Kopfhörer eine 512 Megabyte (MB) große Speicherkarte.

Ebenfalls gut schnitt das Schwestermodell des Testsiegers ab, das Sony Ericsson K750i für etwa 380 Euro. Im akustischen Duell liege das Gerät auf einem Niveau mit dem iPod von Apple. Das Telefon, das allerdings nur mit einem 64 MB großen Memory Stick geliefert werde, verfüge wie der Testsieger über die Funktionen Hintergrundwiedergabe sowie Equalizer und ermögliche das einfache Erstellen von Wiedergabelisten auch direkt am Handy. Ein Audio-Adapter sei jedoch nicht im Lieferumfang enthalten.

Wer Wert auf eine hohe Speicherkapazität legt, sollte einen Blick auf das Samsung SGH-i300 für rund 680 Euro werfen, rät das Magazin. Denn mit seiner drei Gigabite großen Festplatte sei das Gerät auch für umfangreichere Musiksammlungen gut gerüstet. Neben der Möglichkeit, eigene Playlisten zu erstellen, besitze das SGH-i300 auch einen Equalizer. Bei der Klangqualität könne das Gerät den Sony Ericsson-Modellen allerdings nicht das Wasser reichen. Die Tester bemängelten eine etwas dumpfe und im Bass zu dominante Wiedergabe.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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