PC-Wechsel Datenumzug ohne Reue

Wenn ein neuer Computer den alten ersetzt, müssen diverse Dateien und Dokumente, wichtige Korrespondenz etwa oder sorgsam angelegte Kontakte, auf den neuen Rechner überspielt werden. Hat der frische PC jedoch ein anderes Betriebssystem, kann es beim Transfer haken. Einige Tricks und Kniffe erleichtern den Datenaustausch.

München - Bestenfalls arbeitet der neue Rechner mit dem gleichen Betriebssystem oder einer neueren Version davon. Dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es Probleme mit nicht kompatiblen Dateiformaten gibt.

Dateien und Einstellungen von einem Mac auf den anderen zu überspielen, sagt Apple-Sprecher Frank Limbacher. "Mac OS besitzt eine entsprechende Funktion."

Beide Geräte werden über ihren Firewire-Anschluss verbunden, ein Assistent führt den Anwender durch die Prozedur. Dann werden die im Benutzerverzeichnis gespeicherten Daten übertragen. Dazu gehören alle vom Nutzer angelegten Dateien sowie Adressen, E-Mails und Termine. Ausgenommen sind Programme.

Mit mehr Aufwand ist zum Beispiel die Migration der Daten von einem Windows-PC zu einem Mac verbunden. Apple  gibt auf seiner englischsprachigen Website dazu eine Anleitung: Eine Möglichkeit ist die direkte Verbindung beider Rechner über ein Ethernet-Kabel. Um jedoch auf die im PC gespeicherten Daten zugreifen zu können, müssen unter anderem am Mac die entsprechende IP-Adresse, der Name des Verzeichnis, auf das zugegriffen werden soll, sowie das Passwort eingeben werden. Auch muss der Zugriff auf dem PC freigegeben werden.

Steht die Verbindung, können Daten im Prinzip beliebig hin und her geschoben werden. Das heißt, auf diese Weise ist ein Datenumzug also auch vom Mac zum PC möglich. Damit dieser Datenumzug überhaupt sinnvoll ist, sollte man aber sicher gehen, dass die Formate der zum Transfer bestimmten Dateien auf dem Ziel-Rechner auch gelesen werden können.

Wie Web und USB-Stick helfen

Es müssen also die passenden Programme vorhanden sein. Wer zum Beispiel Word-Dateien auf seinen Mac überspielen möchte, braucht dort Microsoft Office. Notfalls müssen die Dateien in ein anderes Format umgewandelt werden - ".rtf" etwa kann von allen gängigen Schreibprogrammen geöffnet werden.

Vergleichsweise einfach ist das Verschieben von E-Mails. Am besten nutzt man dazu ein Online-E-Mail-Fach, an das die Post geschickt und dann vom Zielrechner wieder runtergeladen wird. Apple empfiehlt die Verwendung eines IMAP-Accounts. Dann sei zumeist sicher gestellt, dass bei der Übertragung die Kennzeichen der Original-Nachricht wie "Datum", "An", "Von" und "Betreff" erhalten bleiben.

Müssen nur wenige Dateien mit geringem Umfang von einem Rechner zum anderen transferiert werden, lässt sich die Online-Methode auch dafür anwenden. Ansonsten gibt es auch noch die Möglichkeit, Daten auf eine CD oder DVD zu brennen und so auf den anderen Rechner zu bringen. Eine Alternative zum Verbrauch von Rohlingen ist eine externe Festplatte. "Oder man nimmt einen USB-Stick", erklärt Markus Beckedahl, Sprecher der in Karlsruhe veranstalteten Messe LinuxTag.

Wer die Einstellungen aus dem Mail-Programm sowie aus dem Browser kopieren will, muss unter Umständen Umwege in Kauf nehmen: Outlook etwa sieht nur das automatische Importieren von Adressen und Mails aus anderen Microsoft-Programmen sowie aus Netscape und Eudora Pro vor. Microsoft  verrät auf seinen Support-Seiten aber, wie manuell zum Beispiel die Adressbücher ex- und importiert werden können.

Wer seine Kontakte aus Outlook auf einen Mac exportieren will, kann die Daten als ".vcf"-Datei speichern, diese auf den Mac überspielen und dort von "Mail" oder "Entourage" importieren lassen. Laut Linux-Experte Beckedahl ist es sinnvoll, die für den Umzug bestimmten Dateien auf dem Ausgangsrechner umzuwandeln.

Dolmetscher für Linux, Mac und Windows

Dazu nimmt man laut Beckedahl am besten ein Mail-Programm wie Thunderbird, das es für mehrere Betriebssysteme gibt. Dann werden die gewünschten Daten etwa von Outlook nach Thunderbird und von dort aus auf den Ziel-Rechner exportiert, auf dem ebenfalls Thunderbird läuft.

Besonders umfangreich sind die Im- und Export-Möglichkeiten, die die für alle gängigen Betriebssysteme erhältliche Browser Firefox und Opera bieten. Die Programme sind kostenlos erhältlich.

Enttäuschend verläuft bisweilen der Versuch, Browser-Favoriten als HTML-Datei zu exportieren. Das gilt zum Beispiel für den Favoriten-Tausch zwischen Internet Explorer und Opera, obwohl beide Browser diese Funktion anbieten. Dennoch erkennt der Explorer die von Opera im HTML-Format gespeicherte Datei nicht, sondern quittiert den Importvorgang mit der Fehlermeldung "Ungültige Lesezeichendatei". Die Automatik-Funktion "Internet-Explorer-Favoriten importieren" führt Opera dagegen ohne Probleme aus.

Der Datentransfer zwischen Mac und Linux wird dadurch erleichtert, dass beide Systeme das Netzwerk-Protokoll AppleTalk unterstützen, so Beckedahl. Linux und Windows kommunizieren dagegen mit Hilfe von Samba - so heißt das Programm unter Linux, das das so genannte SMB-Protokoll ins System einbaut. Die meisten Linux-Distributionen haben Samba dabei, und Windows unterstützt SMB von Haus aus.

Ist das SMB unter Linux eingerichtet, muss der Anwender die Freigabe der entsprechenden Verzeichnisse auf beiden Rechnern vornehmen. Die Prozedur ähnelt der Verbindung von PC und Mac. "Mit etwas Recherche im Internet schafft es der Anwender auch, Einstellungen aus Mailprogrammen und Browsern auf den Linux-Rechner zu bringen", so Beckedahl. "Das dauert vielleicht 30 Minuten."

Sven Appel, dpa

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